Berlin : Neue Jobs statt ständig Stütze - Bezirksamt beauftragt Arbeitsvermittler

du-

Ein Arbeitsvermittler, der gestern seine Tätigkeit aufgenommen hat, soll helfen, die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Bezirk deutlich zu reduzieren. Innerhalb von anderthalb Jahren sollen 180 Unterstützungsempfänger erstmals oder wieder in den regulären Beschäftigungsmarkt eingegliedert werden. "Neben dem Einsparungseffekt hat die Vermittlung von zum Teil langzeitarbeitslosen Klienten auch hohen sozialpolitischen Wert", betonte Sozialstadtrat Frank Balzer (CDU).

Insgesamt erhalten in Reinickendorf von der Abteilung Sozialwesen und Sport rund 15 000 Personen laufende finanzielle Hilfe zum Lebensunterhalt. Etwa die Hälfte der Betroffenen ist nach einer Erhebung der Behörde arbeitsfähig. Nachdem eine entsprechende private Vermittlung bereits im Bezirk Wilmersdorf zu beträchtlichem Erfolg geführt hat, wurde diese Form der Jobbeschaffung jetzt auch vom Reinickendorfer Bezirksamt aufgegriffen. Mit der Maatwerk Gesellschaft für Arbeitsvermittlung wurde ein auf 18 Monate befristeter Vertrag geschlossen. Das Erfolgskonzept von Maatwerk ist es, für jeden einzelnen Sozialhilfeberechtigten individuell den für ihn passenden Arbeitgeber zu suchen. Dabei werden vorrangig nicht ausgeschriebene Stellen bei kleinen und mittelständischen Betrieben akquiriert, teilte der Stadtrat mit. Anschließend wird dann versucht, ein erfolgreiches und dauerhaftes Arbeitsverhältnis zu vermitteln. In den ersten Beschäftigungsmonaten werden die vermittelten Personen intensiv von den Mitarbeitern der Vermittlungsagentur betreut. Auf diese Weise sollen eventuell auftretende Probleme schnell erörtert und nach Möglichkeit beseitigt werden. Trotz relativ hoher Kosten soll sich die Tätigkeit der Firma für den Bezirk auszahlen. Dem Unternehmen werden für seine Tätigkeit in 18 Monatsraten insgesamt 1,2 Millionen Mark plus Mehrwertsteuer gezahlt. Diese Gebühren werden jedoch in vollem Umfang ausgeglichen, betonte Balzer. Bei den mindestens zwölf Monate dauernden Arbeitsverträgen und einem durchschnittlichen Sozialhilfesatz von 1100 Mark pro Klient und Monat werden bei den angestrebten 180 Vermittlungen insgesamt 2,4 Millionen DM eingespart.

Das finanzielle Risiko des Bezirks sei durch weitere Vertragsklauseln stark minimiert worden. So sieht die Vereinbarung Rückforderungsansprüche gegenüber der Firma Maatwerk vor, falls die vorgesehenen Vermittlungszahlen oder Einsparungssummen nicht eingehalten werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben