Neue Möglichkeiten im Internet : Leihen statt kaufen

Besitzen ist von gestern, borgen dagegen von morgen: Auf diesen Trend setzt Margarita Kozakiewicz mit ihrem Online-Modeverleih.

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Nicht von der Stange. Margarita Kozakiewicz verleiht Designerkleider übers Netz.
Nicht von der Stange. Margarita Kozakiewicz verleiht Designerkleider übers Netz.Foto: Thilo Rückeis

Der Schrank quillt aus allen Nähten. Aber das exakt passende Kleid für die Verabredung ist trotzdem nicht dabei. Es sollte chic wirken und sehr up to date, aber nicht zu feingemacht, aber leider ist das Konto schon wieder fast leer. Zum Glück gibt es ja das Internet, wo Margarita Kozakiewicz mit ihrem Start Up Prêt-à-louer Hilfe bei bei akuter Kleidernot anbietet.

Die 29-jährige Startup-Unternehmerin hat mit dem Designkleiderverleih ein amerikanisches Konzept auf den deutschen Markt gebracht. „Rent-a-Runway“ hat ihr gleich eingeleuchtet. Der Trend, nicht mehr alles selbst zu besitzen, ist in ihrer Generation gerade allgegenwärtig. Wohl kann man die Kleider auf ihrer Homepage auch kaufen, aber vor allem sind sie zum Ausleihen gedacht. Für vier bis acht Tage kann man sie behalten. Das lässt ausreichend Gelegenheit, sie bei mehreren Anlässen zu tragen, nicht nur an einem an Dates reichen Wochenende, sondern zum Beispiel auch in ereignisreichen Zeiten wie der Berlinale.

Innerhalb Deutschlands werden die Kleider per DHL-Express zum Wunschtermin versendet. Innerhalb Berlins können sich Kundinnen die teuren Klamotten per Fahrradkurier ins Haus kommen lassen. Und was passiert, wenn bei der Vernissage oder bei der nächtlichen Party im Club mal das Rotweinglas überschwappt, wenn beim Ball jemand so ungeschickt auf die Schleppe tritt, dass sie zerreißt? Für solche Fälle gibt es das sogenannte Sorglos-Paket für fünf Euro. Bei einem Selbstbehalt von 150 bis 300 Euro kann man das Malheur dann einfach vergessen und muss nicht gleich das ganze Kleid bezahlen. Leicht ist es nicht, so einen Verleih ins Rollen zu bringen. Zwei Gesellschafter unterstützen die Geschäftsführerin dabei, sich am Markt durchzusetzen. Das Angebot, gratis zwei Größen zu schicken, hilft freilich, Hemmschwellen abzubauen.

Dass dieses Angebot nur von jungen Frauen in Anspruch genommen würde, könne man freilich nicht sagen. „Ich habe Mode für alle Altersklassen und auch in allen Größen im Angebot. Für den Anfang hat sie sich auf Modelle von Wunderkind, Marlene Birger und Jean-Charles de Castelbajac konzentriert. Das rote Tageskleid von Wunderkind würde um die 1150 Euro kosten, wenn man es im Laden kauft. Aus dem Internet gemietet, bekommt man es für 90 Euro.

Leihen statt kaufen, böte sich insofern auch an als Kur für Messies, die nichts wegschmeißen können. Was man von vornherein nur vorübergehend besitzt, kann nicht auf Jahre hinaus zum Ballast werden. Ganz preiswert ist das Leihen natürlich auch nicht immer. Das rote Bustierkleid von Jean-Charles de Castelbajac, das im Handel für 465 Euro zu haben werde, kostet bei Prêt-à-louer zwar nur 50 Euro. Aber für das Mosaic Cape Dress von Wunderkind, das im Laden 2195 Euro kostet, muss man auch zur Miete stolze 190 Euro hinblättern. Die Reinigung ist dafür schon inbegriffen. Extravaganten Schmuck und auffällige Taschen gibt es ebenfalls auszuborgen. Der Preis liegt meist bei gut 10 Prozent des Kaufpreises.

Nur die Sparten „Lingerie“ , wie Wäsche, und „Gifts“, wie Geschenke, kennen keine Leihgebühren, sondern nur Kaufpreise. Zum Glück.

Mehr im Internet unter www.pretalouer.de

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