Berlin : Neue Ortsteile für die City

Halensee, Westend, Charlottenburg-Nord werden amtlich festgelegt

Cay Dobberke

Charlottenburg-Wilmersdorf bekommt mehr Ortsteile: Die bereits gängigen, aber inoffiziellen Bezeichnungen Halensee und Westend sollen amtlich verankert werden; für das Gebiet um die Jungfernheide ist der Name „Charlottenburg-Nord“ vorgesehen. Damit wird die City-West bald in sieben Ortsteile untergliedert sein. Bisher gibt es vier: Charlottenburg, Grunewald, Schmargendorf und Wilmersdorf.

Die Kommunalpolitiker hatten schon kurz nach der Bezirksfusion im Jahr 2001 über den Neuzuschnitt diskutiert. Doch erst jetzt gibt es einen Beschluss des Kulturausschusses, der nach der voraussichtlichen Bestätigung durch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Januar in Kraft treten kann. Das Ziel lautet, die „Identifikation der Bürger“ mit ihrer Wohngegend zu stärken.

Die Fraktionen konnten sich über fast alle Details einigen. Die CDU hielt nur die Bezeichnung Halensee für überflüssig – doch die rot-grüne Mehrheit sah es anders. Der Ausschuss hatte einen Historiker des „Arbeitskreises Geschichte Wilmersdorf“ und Vertreter von Siedlervereinen angehört.

Fallen gelassen wurden Ideen, auch Eichkamp und Ruhleben zu offiziellen Ortsteilen zu erklären. Die Gebiete wären unterdurchschnittlich klein ausgefallen, außerdem liegen Teile von Ruhleben in Spandau. Künftig sollen beide Siedlungen zu Westend gehören. Bisher meinen Berliner, die von Westend sprechen, nur die Reichsstraße und ihre nahe Umgebung.

Halensee war bislang nur vage umrissen. Bei der Grenzziehung half jetzt maßgeblich der Arbeitskreis Geschichte. Der südöstliche Zipfel soll bis an den Rand des Fehrbelliner Platzes reichen; dies dürfte viele Anrainer überraschen, die glaubten, mitten in Wilmersdorf zu wohnen. Ein Kuriosum am Rande: Der Halensee selbst wird weiterhin zum Ortsteil Grunewald gehören.

Vorerst keinen amtlichen Ortsteilnamen bekommt die „Spreestadt Charlottenburg“. Schließlich seien die meisten Bauprojekte in dem Gebiet nördlich der Straße des 17. Juni noch nicht abgeschlossen, hieß es. Unter Stadtplanern und Bauherren wie Mercedes-Benz am Salzufer hat sich der Begriff jedoch längst etabliert.

Auch andere Berliner Bezirke haben sich wegen der Fusionen neu untergliedert. So besteht Mitte heute aus sechs Ortsteilen. Dazu gehört das Hansaviertel, das im ehemaligen Bezirk Tiergarten nie diesen Status hatte.

Der Beschluss in der City-West hat wenige direkte Folgen. Das Statistische Landesamt wird die neuen Ortsteile bei seinen Erhebungen berücksichtigen und Stadtpläne müssen geändert werden. Ob Schilder auf die zusätzlichen Ortsteile hinweisen werden, ist offen.

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