• Neue PKS: Fast 7200 Autos geklaut: Zahl der Diebstähle stieg im Vorjahr um 36 Prozent

Neue PKS: Fast 7200 Autos geklaut : Zahl der Diebstähle stieg im Vorjahr um 36 Prozent

2009 wurden 7161 Fahrzeuge gestohlen – 36 Prozent mehr als 2008. Immer öfter werden Frauen kriminell

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Die Zahl der Straftaten ist in Berlin 2009 erstmals seit Jahren wieder leicht gestiegen – um knapp ein Prozent auf 487 000. Dies sei dennoch „die zweitniedrigste Gesamtzahl seit der Wiedervereinigung“, heißt es in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die dem Tagesspiegel vorliegt. Offiziell vorgestellt werden die Zahlen erst am Montag von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Dieter Glietsch. Positiv ist vor allem der Rückgang der Straßenkriminalität (Raub, Körperverletzung etc.) um gut drei Prozent auf 103 000 Taten.

Bei häuslicher Gewalt gab es nach deutlichen Steigerungen in den Vorjahren nun einen leichten Rückgang. Dagegen wurden acht Prozent mehr Wohnungseinbrüche registriert. Dramatisch stieg die Zahl der Kfz-Diebstähle. Nach einem jahrelangen Rückgang dank besserer Sicherungstechnik verzeichnet die PKS für 2009 einen Anstieg von 36 Prozent auf 7161 gestohlene Autos. Als Ursache sieht die Polizei den Wegfall jeglicher Kontrollen an den Grenzen nach Polen und Tschechien. Die Zahl der Fahrraddiebstähle sank um fast neun Prozent auf knapp 22 000 Fälle.

Einen rekordverdächtigen Anstieg um 148 Prozent auf 3055 Fälle gab es bei Fälschungen von EC-Karten. Auffällig ist auch der Anstieg bei der schwersten Tat, Mord und Totschlag, einschließlich Versuche. Hier nennt die Statistik ein Plus von 29 Prozent auf 156 Fälle. Der Anstieg sei aber einer schärferen juristischen Bewertung geschuldet, heißt es in dem Bericht. So seien im Jahr 2009 allein sieben versuchte Morde am 1. Mai gezählt worden: Würfe von Brandsätzen auf Polizisten bei den Kreuzberger Krawallen. Früher waren derartige Taten nur als Körperverletzung eingestuft worden. Die Zahl der vollendeten Morde stieg von 49 auf 56.

Die politisch linke Gewalt hat sich, wie berichtet, fast verdoppelt. 1292 linksextremistisch motivierte Straftaten registrierte die Polizei, im Jahr davor waren es 680. Die Gewaltbereitschaft linker Straftäter stieg noch stärker: von 165 im Jahr 2008 auf 417 in 2009. Die rechte Gewalt ging zurück: 1261 Taten insgesamt, 116 weniger als im Jahr zuvor. Der Anteil der gravierenden Gewalttaten ist deutlich geringer als bei links motivierten Tätern. Die Zahl sank von 91 auf 65.

Auffallend ist in der Kriminalstatistik, dass der Anteil der Frauen an den Tatverdächtigen auf 25,7 Prozent gestiegen ist. Das ist der höchste Anteil in den letzten zehn Jahren. Bei den Jugendlichen und Heranwachsenden ist der Anteil noch höher: Bei den unter 21-jährigen Tatverdächtigen stellen Mädchen fast 30 Prozent. Seit einigen Jahren fällt der Polizei vor allem die gestiegene Gewaltbereitschaft von Mädchen und jungen Frauen auf.

Stolz ist die Polizei auf den erneuten Rückgang bei der Jugendgruppengewalt, jenem Bereich, der in den vergangenen Jahren durch brutale Einzelfälle viele Schlagzeilen gemacht hat. Hier sank die Zahl der Fälle um sechs Prozent auf 5142.

Auffallend ist auch der Rückgang bei Straftaten im Straßenverkehr: Bei Trunkenheit sank die Zahl um etwa 20 Prozent auf 2191 Straftaten, bei Fahren ohne Führerschein um etwa 15 Prozent auf 5483 Fälle. Hier dürfte die gesunkene Kontrolldichte der Polizei die Ursache sein.

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