Berlin : Neue Pläne für Insel im Tegeler Hafen Bisher sind dort

alle Vorhaben gescheitert.

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Makulatur. Zuletzt waren elf Stadtvillen auf der Tegeler Insel geplant. Foto: Indukal Gruppe
Makulatur. Zuletzt waren elf Stadtvillen auf der Tegeler Insel geplant. Foto: Indukal Gruppe

Berlin - Nach einem Vierteljahrhundert voller Pleiten, Pech und Pannen und insgesamt sechs Besitzerwechseln soll es mit der Insel im Tegeler Hafen jetzt endlich vorangehen. Eine Berliner Immobilienentwicklungsfirma hat das malerisch gelegene Eiland von den zuletzt russischen Eigentümern erworben und will dort bis Ende 2014 elf Stadthäuser mit je vier Eigentumswohnungen errichten.

Man werde auf die Pläne der Vorbesitzer aufbauen, sagte Guido Bode von der GBI AG. Die hatten elf Villen gleicher Größe, aber mit jeweils 500 Quadratmetern Wohnfläche geplant, die sich jedoch nicht verkaufen ließen. Nach dem Bau der Fundamente waren die Arbeiten deshalb Ende 2008 eingestellt worden. Darauf aufbauend, sollen dort nun ab kommendem Frühjahr nach Plänen des Berliner Architekturbüros Deluse insgesamt 44 Wohnungen mit 70 bis 130 Quadratmetern Wohnfläche entstehen.

Die Käufer wollen die Zusammenarbeit mit der Baufirma Züblin fortsetzen, die bereits beim abgebrochenen Projekt Generalunternehmer war. Einschließlich des Kaufpreises werde man 17 Millionen Euro investieren, erklärte Bode. GBI ist ein Beteiligungsunternehmen der Moses Mendelssohn Stiftung und baute in Berlin unter anderem das Motel One Bellevue und verantwortete den Umbau der Siemenshöfe zum Mövenpick-Hotel.

Die knapp einen Hektar große Insel wird über ihre drei Stege zum Festland frei zugänglich bleiben. Einer davon ist für Fahrzeuge geeignet, doch wird die Zahl der Bewohnerparkplätze auf 24 begrenzt. Weitere Stellflächen entstehen auf dem Gelände der nahen Humboldt-Bibliothek. An vier Stellen sind großzügige Grünflächen mit öffentlichem Zugang zum Ufer vorgesehen.

Baustadtrat Martin Lambert (CDU) sprach von einer „guten Nachricht für Tegel und Reinickendorf“. Die Insel wurde im Rahmen der Randbebauung des ehemaligen Hafenbeckens zur Internationalen Bauausstellung 1987 aufgeschüttet. Ursprünglich sollte hier ein Kulturzentrum entstehen, dann ein Spaßbad. Der Investor der danach geplanten Seniorenresidenz ging vor dem Baustart pleite. Auch die Pläne zum Bau eines Wellnesszentrums für asiatische Berlin-Besucher sowie von 21 Reihenhäusern scheiterten.

Auf dem Festland neben der Humboldt-Bibliothek hat indessen der Bau von drei Wohnhäusern und einem Seniorenpflegeheim begonnen. Wenn die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die geplanten, schwimmenden Häuser genehmigt hat, soll auch die Bebauung der nahen Humboldt-Insel beginnen, sagte Stadtrat Lambert. Rainer W. During

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