Neue Statistik : Immer mehr Pflegebedürftige in Berlin

Rund 3,1 Prozent der Berliner Bevölkerung ist pflegebedürftig. Wie das Statistische Landesamt nun mitteilte, stieg die Zahl der Pflegebedürftigen auf 107 917. Gleichzeitig steigen bundesweit die Kosten für stationäre Behandlungen.

3,2 Prozent der Berliner Bevölkerung sind pflegebedürftig.
3,2 Prozent der Berliner Bevölkerung sind pflegebedürftig.Foto: dpa

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Berlin steigt. Im Vergleich zu 2009 erhöhte sie sich im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 107.917, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte. Das entspreche einem Anteil an der Berliner Bevölkerung von 3,1 Prozent. Die meisten Pflegebedürftigen waren demnach Frauen. Ihren Anteil gaben die Statistiker mit 65,2 Prozent an.
Zwei Drittel der Pflegebedürftigen wurden den Angaben zufolge zu Hause betreut. Der Großteil erhielt ausschließlich Pflegegeld, um die selbst organisierte Pflege, etwa durch Angehörige sicherzustellen. Bei 24,5 Prozent halfen teilweise oder vollständig ambulante Pflegedienste. Etwa 27.000 Menschen wurden in Pflegeheimen versorgt.
Die Statistik belegt das Risiko, mit steigendem Alter pflegebedürftig zu werden. So waren 79,6 Prozent der Betroffenen 65 Jahre und älter und fast jeder Dritte 85 Jahre und älter. Im Land Berlin gab es im vergangenen Jahr 524 Pflegedienste und 376 Pflegeheime. Sie beschäftigten insgesamt 40.775 Personen.

Gleichzeitig stiegen bundesweit die Krankenhauskosten im vergangenen Jahr leicht an. Die Gesamtkosten beliefen sich 2011 auf 83,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt auf der Basis vorläufiger Ergebnisse am Montag in Wiesbaden mitteilte. Umgerechnet auf rund 18,3 Millionen Patienten, die 2011 vollstationär im Krankenhaus behandelt wurden, betrugen die stationären Krankenhauskosten demnach je Fall 3.960 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (3.862 Euro).

Die Krankenhauskosten setzten sich im Wesentlichen aus den Personalkosten von 49,5 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent), den Sachkosten von 31,7 Milliarden Euro (plus 4,4 Prozent) sowie den Aufwendungen für den Ausbildungsfonds von 1,1 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent) zusammen. Weitere 1,2 Milliarden Euro entfielen auf Steuern, Zinsen und ähnliche Aufwendungen und auf Kosten der Ausbildungsstätten.

In den Gesamtkosten sind Ausgaben für nichtstationäre Leistungen in Höhe von 10,8 Milliarden Euro enthalten. Nichtstationäre Leistungen beinhalten unter anderem Kosten für die Ambulanz sowie für wissenschaftliche Forschung und Lehre. Die Kosten der rein stationären Krankenhausversorgung lagen bei rund 72,6 Milliarden Euro.

Die durchschnittlichen Kosten je Fall variierten stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Am niedrigsten waren sie in Brandenburg mit 3.570 Euro, am höchsten in Hamburg mit 4.628 Euro. Die Unterschiede nach Ländern sind strukturell bedingt: Sie werden vom Versorgungsangebot sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst. (dapd)