Berlin : Neue Straßenbahn: Gleise für die einst bedrohte Strecke eingeweiht

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Sechs Monate nach dem Baubeginn für den neuen Streckenabschnitt der Straßenbahnlinie 50 zwischen Kirche und Guyotstraße in Französisch Buchholz rollten am Freitag die ersten Züge. Bei Sonnenschein und Blasmusik ließ die BVG zur Eröffnung geschmückte Straßenbahnen die etwa 1700 Meter lange Strecke bis zur neuen Endhaltestelle entlang rollen. Noch vor zehn Jahren wollte die BVG die Strecken in Pankow stilllegen.

Die neue Strecke zwischen der ehemaligen Endhaltestelle Buchholz Kirche und dem neuen Endpunkt im Neubaugebiet hat fünf Stationen. Die beleuchteten Bahnsteige sind mit Wartehäuschen ausgerüstet und haben Leuchtsäulen für Fahrpläne und weitere Infos. Im Bereich des Rosenthaler Weges legten die Straßenbahnbauer einen Bahndamm an, auf es zwischen den Schienen grünt.

Die Strecke kostete 23 Millionen Mark und blieb damit im Rahmen des Üblichen: Verkehrsplaner rechnen für einen Kilometer Tram-Strecke mit Kosten in Höhe von 15 Millionen Mark. Allein zehn Millionen Mark kosteten die Gleise, Haltestellen und Straßenumbauten. Rund acht Millionen Mark wurden für zwei Gleichrichterwerke, die Fahrleitung und Kabelschächte ausgegeben. 700 000 Mark standen für Ampeln im Etat. Spezialisten stellten 86 Fahrleitungsmasten auf, verlegten 3600 Meter Fahrdraht und 1500 Meter Bahnstromkabel.

Die Anwohner freuten sich gestern. Tenor: Jetzt können wir endlich bis zum Kupfergraben nach Mitte fahren, ohne umzusteigen. Doch am Rande gab es auch Unmut. Ende Mai musste eine 150 Jahre alte Ulme am Rosenthaler Weg der neuen Trasse weichen. Dies hatte Anlass für Bürgerproteste gegeben. Damit sich die Fahrgäste wohl fühlen, setzt die BVG modernisierte Tatras und komfortable Niederflurbahnen ein. Geplant ist, dass ab 1. Oktober von Montag bis Sonnabend alle 20 Minuten ein Niederflurzug fahren soll. Am 1. November kommt auch der Sonntag hinzu.

Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) übergab die Betreiberurkunde an die BVG und fand freundliche Worte für die Erbauer der neuen Strecke. Anschließend wurde gefeiert. Höhepunkt war ein Straßenbahnkorso mit einem historischen und zwei modernen Zügen. Die einen feierten Premiere, andere mussten gestern an den Abschied denken. Pankows Bürgermeisterin Gisela Grunwald (PDS), die seit Mittwoch weiß, dass für sie im neuen Bezirksamt des Großbezirks aus Pankow, Prenzlauer Berg, und Weißensee kein Platz mehr ist, durchschnitt tapfer lächelnd das Band.

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