Berlin : Neue Straßenbahn: Sie kommt doch

Klaus Kurpjuweit

Die Straßenbahn wird jetzt doch früher als zuletzt geplant vom Prenzlauer Tor über die Karl-Liebknecht-Straße zum Alexanderplatz fahren und so weitere Direktverbindungen ins Zentrum schaffen. Die etwa ein Kilometer lange Neubaustrecke über die Karl-Liebknecht-Straße wird voraussichtlich insgesamt 15 Millionen Mark kosten und nun doch Ende 2002 / Anfang 2003 fertig sein. Diesen Termin hatte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) zuletzt in Frage gestellt, weil Investoren entlang der Karl-Liebknecht-Straße Interesse an einer schnellen Realisierung von Neubauten gezeigt hätten, wie sie im Planwerk Innenstadt vorgesehen sind. Nach dem Planwerk soll die Karl-Liebknecht-Straße um einige Meter verlegt werden. Die Gleise, die jetzt eingebaut werden, verlaufen dann nicht mehr in der Straßenmitte und müssten ebenfalls verschoben werden. Obwohl der Streckenneubau zu den kurzfristigen Maßnahmen der Straßenbahn-Planer gehört, ließ Strieder den Einbau der Schienen deshalb zunächst stoppen.

Inzwischen habe sich aber herausgestellt, dass die neuen Hochbauten frühestens in 10 oder 15 Jahren errichtet werden, sagte Petra Reetz, die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung. Die meisten Gebäude entlang der Karl-Liebknecht-Straße seien in diesem Abschnitt zudem erst vor kurzem renoviert worden. An einen schnellen Abriss sei deshalb nicht zu denken.

Die Straße bereits jetzt nach den Vorgaben des Planwerks neu zu bauen, würde etwa 8 Millionen Mark kosten. Dieses Geld ist nicht vorhanden, und so werden jetzt doch die Gleise wie ursprünglich geplant auf der alten Trasse eingebaut.

Am übrigen Ausbaufahrplan der Stadtentwicklungsverwaltung für die Straßenbahn im Zentrum hat sich dagegen nichts geändert. Der Abschnitt von der Eberswalder Straße zur Bernauer Straße soll danach Ende 2003 fertig sein, die Strecke vom Alexanderplatz zum Kulturforum 2006 und die Verlängerung vom Virchow-Klinikum zum S-Bahnhof Beusselstraße "nach 2005".

Den Versuch des Grünen-Abgeordneten Michael Cramer, diese Zeitpläne im Parlament auch förmlich zu beschließen und den Neubau zum S-Bahnhof Beusselstraße zu beschleunigen, lehnten CDU und SPD im Verkehrsausschuss allerdings ab. Heute soll sich noch einmal das Plenum damit beschäftigen. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Christian Gaebler, bezeichnete die Anträge als überflüssig.

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