Neue Veranstaltungshalle : O2-World hat Feuerprobe bestanden

Erst die harten Jungs von "Metallica", dann Rocksongs von Herbert Grönemeyer, zwischendurch Eishockey mit den "Eisbären" und Montagabend ein weiteres Highlight mit der britischen Pop-Rock-Gruppe "Coldplay".

Udo Badelt
coldplay
Konzert von "Coldplay" in der O2-World. -Foto: Davids

Das Eröffnungswochenende in Berlins neuer Megahalle, der O2-World am Ostbahnhof war ein Erfolg. Auch Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman von „Coldplay“ spielte gestern in der wieder voll besetzten Arena vor 17 000 Zuhörern, die sie mit Hits wie „In my place“ oder „Speed of sound“ und einer beeindruckenden Lightshow rasant in Stimmung brachten. Erstmals war die Bühne nicht mehr in der Hallenmitte, sondern am Ende aufgebaut, aber auf zwei langen Stegen konnten die umjubelten Sänger ins Publikum tanzen.

Damit hat die O2-World ihre Feuerprobe bestanden: Größtenteils waren die neugierig gekommenen Fans zufrieden – lediglich kleine Schönheitsfehler trübten die Freude.

Anfahrt: Tausende reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Die Halle ist gut positioniert, sie liegt zwischen Ostbahnhof und dem Verkehrsknotenpunkt Warschauer Straße, wo eine neue Brücke den Zugang erleichtert.

Einlass: Bei Metallica am Freitag müssen die Fans 90 Minuten länger als angekündigt warten, bis sich die Türen öffnen, aber das liegt am Soundcheck, nicht an einer Panne der Halle. Der Einlass erfolgt dann aber zügig.

Stimmung: Metallica bringen eine neue Platte raus – da ist ein brodelnder Saal garantiert. Bei Herbert Grönemeyer einen Tag später ist es kaum anders. Die schönste Erkenntnis aber folgt am Sonntag: dass sich Stimmungen aus angestammten Spielstätten transferieren lassen. Die Eisbären-Fans fühlen sich in der neuen Halle pudelwohl – und ihr Team gewinnt auch noch. In Hohenschönhausen gab es Platzprobleme, nur 5000 Zuschauer passten in den Wellblechpalast, jetzt waren es drei Mal so viele.

Bühne: Sie stand bei den ersten zwei Konzerten mitten in der Halle. Nicht alle Besucher konnten gleich gut sehen und hören. Grönemeyer entschuldigt sich, es täte ihm leid, dass er immer einer Fraktion des Publikums den Rücken zudrehen muss. Dafür können aber viele Besucher viel näher am Geschehen dran sein als sonst. Durchweg gelobt wurde die Akustik.

Essen: 3,80 Euro für 0,4 Liter Bier – das ist happig, aber in vielen Stadien normal. Mobile Servicekräfte mit aufgeschnallten Fässern sorgen zumindest dafür, dass es schnell zum Verbraucher kommt.

Menschen mit Behinderung: Es gibt Plätze für Rollstuhlfahrer, wer aber in den Rängen sitzen will und dafür eine Begleitperson braucht, muss für diese eine volle Eintrittskarte zahlen. Das ist sehr unüblich.

Abfahrt: Autofahrer waren am Ende mit den Nerven, weil tausende Fußgänger die Straße blockierten. Wer Montagabend zu Coldplay kam, ließ den Wagen deshalb meistens zu Hause. Udo Badelt

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