Berlin : Neue Waffen für die Polizei?: CONTRA von Werner Schmidt

"Wir brauchen keine neuen Waffen - wir brauchen neue Munition," heißt es in der Polizeiführung. Was nicht heißen soll und darf, dass die Polizei keine neuen Waffen mehr testet, die geeignet sind, ältere, anfälligere und weniger effektive zu ersetzen. Deshalb auch ein deutliches "Ja!" zum Pfefferspray. Aber jeder Polizist trägt unter seiner Uniform eine zivile Unterhose. Er kann zwar aufgrund seines Berufes schneller in gefährliche Situationen geraten als jeder Normalbürger - die Angst, die er dabei empfindet, ist allerdings dieselbe. Gegen diese Angst helfen aber keine neuen Waffen wie Elektroschockpistolen, die das SEK derzeit erprobt, sondern nur die Sicherheit und das Selbstbewusstsein, dieser Situation gewachsen zu sein.

Zum Thema Ted: Braucht die Polizei neue Waffen? Wem diese Sicherheit abgeht, der greift schon schneller zur herkömmlichen Dienstpistole, schießt unüberlegter als jemand, der von seiner körperlichen Überlegenheit überzeugt und womöglich auch im Nahkampf erprobt ist. "Wenn ich die Beamten aufrüste, dann senke ich die Hemmschwelle, die Waffe auch zu benutzen", sagte Landesschutzpolizeidirektor Gernot Piestert. Das Gefühl, mit der Waffe in der Hand Herr über alle Lagen zu sein, ist das Gefühl einer scheinbaren Sicherheit. Vielmehr sollte sich der Beamte ständig der Gefahr bewusst sein. Dann kann er nicht überrascht werden. Wenn dann noch die Beamten das Mindestmaß dessen tun, was man erwarten kann von jemandem, der bewusst diesen gefahrenträchtigen Beruf gewählt hat, dann braucht man keine zusätzlichen Waffen. Jeder Polizist sollte das Sportangebot seines Dienstherrn annehmen und sich fit halten. Wer mit Bauch hinter einem Gangster herrennt, läuft höchstens Gefahr, dass dieser sich totlacht.

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