Berlin : Neue Waffen für die Polizei?: PRO von Jörn Hasselmann

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland acht Polizisten im Dienst erschossen oder erstochen. Immer häufiger werden Beamte angegriffen, aus den nichtigsten Gründen: bei Verkehrskontrollen, bei Festnahmen oder beim Schlichten von Familienstreitigkeiten. Es greifen Berufskriminelle zur Waffe, aber auch bis dahin unbescholtene Bürger.

Zum Thema Ted: Braucht die Polizei neue Waffen? Die Polizei muss auf diese Entwicklung reagieren, durch stärkere Eigensicherung - und durch neue Waffen. Der Einsatz einer Elektroschockpistole bremst einen Angreifer effektiv - ohne ihn mit einer "richtigen" schwer zu verletzen. Denn noch kann sich der Angreifer darauf verlassen, dass ein Polizist sehr lange zögert, bevor er zur scharfen Waffe greift - schließlich sind die Beamten nicht als schießwütige Rambos ausgebildet. Eine Elektroschockpistole könnte den Beamten die Entscheidung, zur Waffe zu greifen, erleichtern - und so vielleicht ihr und das Leben Unbeteiligter retten. Das gleiche gilt für Pfefferspray.

Das Argument, die Polizei rüste unverhältnismäßig auf, zieht nicht, solange Polizisten erschossen werden. Deshalb haben die Innenminister der Länder im vergangenen Jahr ja auch angeordnet, dass die Beamten bei Verkehrskontrollen künftig stärker auf ihre eigene Sicherheit achten müssen: Ein Beamter kontrolliert den Autofahrer, der zweite sichert ihn; und zwar mit der Hand an der Waffe.

Unvergessen ist der Fall eines tobenden Autofahrers, der vor ziemlich genau einem Jahr in Lichtenberg einem Polizisten die Waffe entreißen konnte und mit dieser dann auf einen Sanitäter schoss. Der präventive Einsatz eines Elektroschockers hätte diesen Schuss vielleicht verhindern können.

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