Berlin : Neue Warnung vor den Polen-Böllern

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128 neue Böller sind in diesem Jahr bei der Prüfung durchgefallen, nur 87 haben den Test der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) bestanden. Erlaubt seien an diesem Jahresende 1731 Feuerwerkskörper, teilte die BAM gestern mit. Gefährlicher sind - wie in jedem Jahr - ohnehin die Kracher, die ohne deutsche Zulassung eingeschmuggelt werden, die so genannten Polen-Böller. Sie enthalten oft weit mehr Schwarzpulver als die zugelassenen sechs Gramm, teilweise bis zu 50 Gramm. Die Einfuhr dieser Böller sei kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, warnt der Zoll. Auch die Berliner Feuerwehr betont in jedem Jahr, dass viele der illegalen Kracher die Wirkung von kleinen Bomben haben - in Kinderhänden gezündet, können sie tödlich wirken. Im vergangenen Jahr wurden in Berlin zwei Männern beim Zünden von Feuerwerk jeweils zwei Finger abgerissen, einer davon hatte nachgewiesermaßen einen polnischen Böller gezündet. Denn diese explodierten häufig viel zu früh, sagten gestern Ingenieure der BAM. Insgesamt wurden 600 Menschen verletzt.

Ein sicheres Feuerwerk erkennt man an der aufgedruckten BAM-Nummer, zusammengesetzt aus der Angabe der Feuerwerksklasse ("P I" oder "P II") und einer vierstelligen Ziffer. Außerdem müsse eine Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache beiliegen. In Polen wurden in den Vorjahren sogar Knaller mit nachgeahmten BAM-Prüfzeichen angeboten. Feuerwerkskörper dürfen in Deutschland nur vom 28. bis 31. Dezember verkauft werden, "harte" Knaller, die mit "P II" gekennzeichnet sind, nur an Erwachsene. An Kinder darf nur Tischfeuerwerk verkauft werden. Diese Vorschriften will die Polizei auch in diesem Jahr wieder intensiv kontrollieren. Im Vorjahr wurden bei Berliner Händlern 9,3 Tonnen Feuerwerk beschlagnahmt.

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