Neue Zahlen des Senats : Das sind die begehrtesten Schulen Berlins

Der Senat hat die Anmeldezahlen für die Sekundarschulen und die Gymnasien veröffentlicht. Oft war die Nachfrage größer als das Angebot. Ein Überblick über die begehrtesten Schulen - und wie es weitergeht, wenn es mit der Wunschschule nicht geklappt hat.

von
Da wollen alle lernen. Am Friedrichshainer Andreas-Gymnasium gab es in diesem Jahr besonders viele Anmeldungen.
Da wollen alle lernen. Am Friedrichshainer Andreas-Gymnasium gab es in diesem Jahr besonders viele Anmeldungen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Das gefragteste Gymnasium in diesem Jahr ist das Andreas-Gymnasium in Friedrichshain, wo sich für 96 Plätze in der siebenten Klasse 158 Schüler angemeldet hatten. Bei den Sekundarschulen lag die Martin-Buber-Sekundarschule in Spandau vorn, wo es 315 Anmeldungen für 156 Plätze gab, wobei sich die die Reihenfolge aus der Zahl der fehlenden Plätze ergibt. Das geht aus einer neuen Bilanz der Bildungsverwaltung des Senats hervor. Viele Schulen, die im Jahr 2013 "überbucht" waren, wurden diesmal gemieden, weil die Eltern sich dort keine Chancen ausgerechnet hatten. Daher sind 2014 nur zwei der begehrtesten Gymnasien von 2013 wieder in der Liste. Stattdessen entschieden sich viele Eltern für bislang weniger nachgefragte Schulen, die dennoch einen passablen Ruf haben.

Von den rund 20 500 Schülern haben sich mehr als 55 Prozent an den Sekundarschulen angemeldet, der Rest an den Gymnasien. 67 Schulen waren übernachgefragt, darunter 42 der 122 Sekundarschulen. Von den 90 Gymnasien hatten 25 mehr Anmeldungen als Plätze. Bei den übernachgefragten Schulen muss jetzt das Los entscheiden, sofern es keine anderen Kriterien für die Auswahl gibt. Bis Mai müssen die Familien sich gedulden: Erst dann werden die Bescheide verschickt.

Plätze werden verlost

Wie in jedem Jahr gab es für die Eltern wieder unangenehme Überraschungen, wenn sie ihre Kinder an einer vermeintlich nicht übernachgefragten Schule angemeldet hatten, im Nachhinein aber erfahren mussten, dass es wider Erwarten mehr Anmeldungen als Plätze gab. Die Nachfrage schwankt von Jahr zu Jahr, weil sich viele Eltern im Vorfeld nach der Anmeldesituation im Vorjahr erkundigen, um ihr Kind nicht an einer überlaufenen Schule anzumelden. Da viele Familien so verfahren, ist viel Bewegung im Anmeldeverhalten: Wer letztes Jahr noch mit einem Schnitt von 1,8 an einer beliebten Schule scheiterte, hätte es dort dieses Jahr unter Umständen mit einer 2,9 schaffen können. Es gibt aber auch die umgekehrten Fälle von Schulen, die letztes Jahr jeden Schüler nehmen mussten und dieses Jahr die besten auswählen können. Im Endeffekt wird durch diese Schwankungen insgesamt eine bessere Schülermischung pro Schulen erreicht. Nachteilig für die Familien ist, dass sie viel Zeit und Nerven bei der Entwicklung der richtigen Anmeldestrategie verlieren.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass das Aufnahmeprozedere samt Losverfahren fast allen Schülern zu ihrer Wunschschule verhilft: 2013 bekamen mehr als 90 Prozent ihre Erstwunschschule und weitere vier Prozent konnten an ihrer Zweit- oder Drittwunschschule einen Platz bekommen. Ab diesem Jahr werden zudem noch weitere Härten vermieden, weil Geschwisterkinder bevorzugt aufgenommen werden.

Bemerkenswert ist, dass 17 Prozent der Schüler, die sich an Sekundarschulen angemeldet haben, eine Empfehlung fürs Gymnasium hatten. An den Gymnasien haben sich wiederum 13,5 Prozent angemeldet, deren Grundschulen für den Besuch einer Sekundarschule plädiert hatten. An den Sekundarschulen sind jetzt noch 1350 Plätze frei, und zwar zumeist an Schulen ohne gymnasiale Oberstufe. An den Gymnasien stehen bislang noch 1130 Plätze zur Verfügung. Insgesamt gibt es also noch rund 2500 freie Plätze.