NEUE OMBUDSSTELLE : NEUE OMBUDSSTELLE

MEHR GELD FÜR DEN SCHUTZ

Während in Cottbus und Berlin gerade ein mutmaßlicher Missbrauchsfall publik wird, ist die Politik noch aufgeschreckt von den Skandalen der vergangen Jahre: Pädophilievorfälle bei der Parkeisenbahn in der Wuhlheide, Kindesmissbrauch am Canisius-Kolleg. Nun will der Senat abermals mehr Geld in den Kinder- und Jugendschutz investieren. Unabhängig von den Ereignissen in Cottbus stellte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Dienstag ein Konzept vor. Demnach beschloss der Senat, eine unabhängige Ombudsstelle für Missbrauchsfälle einzurichten, Kontaktmöglichkeiten über Social Media und Geld für die Bezirke. „Wir brauchen einheitliche, unabhängige Ansprechpartner beim Jugendschutz“, sagte Scheeres. Es könne nicht sein, dass sich Bürger bei Verdachtsfällen von Kindesmissbrauch „erst durchs ganze Amt telefonieren müssen“. Die Einrichtung einer Ombudsstelle solle außerdem auch die Hemmschwelle für Betroffene senken, sich zu melden. Die Betreuung solle ein freier Träger übernehmen, der nach Zustimmung des Parlaments über eine Ausschreibung ermittelt werden solle. Aufgabe sei es, zwischen Verwaltung und Missbrauchsopfern zu vermitteln sowie bei Verfahren Aufklärungsarbeit zu leisten. Auch Jugendliche selbst sollen sich einfacher Hilfe holen können.

LEICHTERE HILFE FÜR KINDER

Nach den Plänen des Senats sollen sie sich künftig auch per SMS an die Beratungsstelle wenden können. Weitere Möglichkeiten seien geschlossene Chats auf berlin.de. „Dies sind natürlich nur Einstiegsangebote, mit dem Ziel, die Gespräche in wirkliche Betreuung und Beratung zu überführen“, sagte Scheeres. Bisher gibt es nur eine „Hotline Kinderschutz“. Dafür soll auch verstärkt in sozialen Medien wie Facebook geworben werden. Das Angebot in Türkisch, Arabisch und Russisch, das bisher aus Lottomitteln finanziert wurde, ist nun im Haushalt fest eingeplant. Eine Million Euro hat der Senat laut Scheeres im Doppelhaushalt 2014/2015 für den Kinder- und Jugendschutz veranschlagt. Unter anderem sollen Kinderschutz-Träger mehr Zuwendungen bekommen, um besser beraten zu können. Vom Bund hat Berlin eine Förderzusage in Höhe von 2,5 Millionen Euro bekommen. Das Geld fließt in die Initiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“. 2,3 Millionen Euro davon sollen für den Einsatz der Hebammen ausgegeben werden. sny

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