Berlin : Neuer Anlauf zum Imagewechsel der siechenden Altstadt

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Klappt es endlich mit einem Imagewechsel der Altstadt? Das 15 Hektar große Gebiet soll zur "Hauptstadt" des Berliner Südostens werden. Planer malen die Zukunft rosig aus: Gaststätten, Geschäfte, Kulturveranstaltungen und Touristen, die an neu entstandenen Häfen vor Anker gehen. Noch sieht die Wirklichkeit allerdings anders aus. Die rund 120 Gewerbetreibenden kämpfen ums Überleben. In den vergangenen Jahren sind die Umsätze immer mehr zurückgegangen. Zudem stehen viele Geschäfte leer.

Die von den beiden Altstadtmanagern Jörg Leutloff und Rainer Blankenburg zusammengetragenen Zahlen belegen das: So steigen von den mehr als 50 000 Menschen, die täglich durch die Altstadt fahren, derzeit nur rund 4000 aus. "Nur 15 Prozent davon gehen hier einkaufen", sagt Blankenburg. Um von diesem Negativtrend der vergangenen Jahre wegzukommen, haben die beiden Manager jetzt zusammen mit einem neu gebildeten Beirat Entwicklungsziele festgeschrieben. Als erstes will man Angebote schaffen, die von Anwohnern der angrenzenden Bezirke und des Umlands angenommen werden. "Das ist unser Potenzial", betont Leutloff. Dazu zählt er auch die rund 5000 Mitarbeiter des Adlershofer Wissenschaftszentrums, die täglich die Altstadt passieren. "Wir müssen denen einen Grund zum Anhalten und Wiederkommen bieten", sind sich die Akteure einig. Leutloff und Blankenburg, die von vielen Gewerbetreibenden anfangs skeptisch betrachtet wurden, konnten inzwischen Pluspunkte sammeln, weil sie gemeinsam mit den Köpenickern nach Lösungen und Vorschlägen gesucht haben.

In den nächsten Monaten sollen am Schlossplatz Großplakate angebracht werden, um die Vorbeifahrenden in die Altstadt einzuladen. Im Frühling öffnen in Alt-Köpenick 6 und 10 zwei neue Restaurants mit Blick und Zugang zur Dahme. Außerdem gibt es einen Interessenten, der im Katzengraben eine Nachtbar etablieren möchte. Voraussichtlich ab November dockt ein Restaurantschiff gegenüber der Baumgarteninsel an. Neben dem geplanten "Maisalon", bei dem vier Wochen lang in leerstehenden Geschäften, auf Bühnen und Gaststätten Kunst und Kultur geboten wird, gehören ab Herbst hochwertige Märkte zum Altstadtbild. Immer sonnabends soll es Bauernprodukte, Kunsthandwerkliches und Antiquitäten geben. Vom 8. bis 10. September ist ein "Whisky-Fest" geplant.

Schon in Betrieb ist eine Infobox für Investitionsprojekte. Die Sparkasse hat dafür ihr Obergeschoss in Alt-Köpenick zur Verfügung gestellt, in dem Bauvorhaben präsentiert werden.

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