Neuer BER-Chef : Engelbert Lütke Daldrup: Die Allzweckwaffe

Der bisherige Berliner Staatssekretär Engelbert Lübke Daldrup arbeitet seit Jahren an seinem Image als harter Aufräumer - jetzt ist er neuer Flughafenchef. Aber nicht alles ist ihm geglückt. Unser Blendle-Tipp.

Engelbert Lütke Daldrup.
Engelbert Lütke Daldrup.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Er gehörte am Montag zu den Ersten, die ins Quadrigaforum am Werderschen Markt marschierten. Nach seinem Befinden befragt, rang sich Berlins Flughafenkoordinator Engelbert Lütke Daldrup nur ein schmales Lächeln ab. „Ich bin immer guten Mutes.“ Der schlanke 60-Jährige, dunkle Hornbrille und rotblonder Strubbelschopf, demonstrierte kurz vor der Aufsichtsratssitzung mal wieder jene zweckoptimistische Unbeugsamkeit, die ihn stets durch sein berufliches Leben begleitet hat.

Der studierte Raumplaner und Städtebauer hat zwar schon viele Aufgaben bewältigt, aber er hätte es sich vor drei Jahren wohl nicht träumen lassen, jetzt die geschäftliche Verantwortung für Deutschlands bekannteste Bauruine zu übernehmen. Nach der Sitzung des 20-köpfigen Kontrollgremiums, verkündete der Regierende Bürgermeister und BER-Aufsichtsratschef Michael Müller um 13.15 Uhr, dass Lütke Daldrup neuer Chef der Flughafengesellschaft wird. Dies sei, so Müller, eine „gute, sachgerechte und schnelle Lösung“. Was sollte er auch anders sagen.

Seine drei Vorgänger sind gescheitert

Der neue Mann soll wohl so lange bleiben, bis aus der ewigen Baustelle ein funktionierender Hauptstadt-Airport geworden ist. Oder er scheitert, wie seine drei Vorgänger. Der letzte hieß Karsten Mühlenfeld. Der war nicht mehr zu halten. Spätestens seit der dramatischen Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch war allen Beteiligten klar, dass das Vertrauen zwischen den Miteigentümern Berlin und Bund und dem BER-Chef Mühlenfeld unheilbar zerstört war. Es war seitdem nur noch wichtig, auch den sich sperrenden Gesellschafter Brandenburg zu überzeugen. Für eine überzeugende Lösung des Personalproblems gab es keinen Spielraum mehr. Gute Flughafenmanager sind selten und teuer, zuletzt sagte der Finanzchef des Münchner Airports, Thomas Weyer, ab.

Was blieb, war eine Notlösung, auf die sich BER-Aufsichtsratschef Michael Müller frühzeitig festgelegt hatte. Der Sozialdemokrat, der seit Ende 2014 an der Spitze der Landesregierung steht, verlässt sich seit eh und je auf wenige enge Vertraute. Zu denen gehört zweifellos Lütke Daldrup, der ein SPD-Parteibuch hat und sich seit 40 Jahren mit Städtebau und Wohnungspolitik befasst. Themen, die auch Müller maßgeblich interessieren. Außerdem kommt ihm das Naturell seines Staatssekretärs entgegen, dessen brennender Ehrgeiz sich hinter der Fassade eines schnörkellosen Fachbeamten versteckt, der offenen Widerspruch nur schwer erträgt.

So wie im Sommer 2016, als die für den Flughafen zuständige Baubehörde im Kreis Dahme-Spreewald es mal wieder wagte, ihre Rolle als akribisch arbeitende Genehmigungsbehörde wahrzunehmen. Damals hatte Lütke Daldrup über die beteiligten Ämter gesagt: „Das Maß an Perfektion, das hier eingefordert wird, ist schon sehr hoch.“ Normalerweise versuchten Behörden, gemeinsam mit dem Antragsteller eine Lösung zu finden, das falle hier offenbar schwer.

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