Berlin : Neuer Eigentümer: Solarboot-Saison soll am 1. April beginnen

Steffi Bey

Noch dümpelt Europas erste und Berlins bislang einzige Solarboot-Tankstelle am Rande der Köpenicker Altstadt vor sich hin. "Aber nicht mehr lange", sagt Thomas Meyer vom Institut für Solarschiffbau. Der Diplom-Ingenieur ist seit wenigen Tagen neuer Eigentümer der 144 Quadratmeter großen Steganlage. Meyer, der zu den Konstrukteuren des Projektes gehört, will die gesamte Anlage mit ihren Ladesäulen und Solarbooten in den nächsten Wochen auf Vordermann bringen. Einige Antriebe sind kaputt und müssen erneuert werden. Viel Zeit hat der Unternehmer dafür nicht.

Denn am ersten April soll am Frauentog, gegenüber dem Köpenicker Schloss, die diesjährige Solarboot-Saison beginnen, sagt Meyer. Und er hofft, dass ihn dabei der Bezirk und auch der Senat unterstützen. Nach wie vor ist nicht geklärt, wie lange die Solartankstelle an ihrem jetzigen Platz bleiben darf. Offiziell endete die Genehmigung für den Frauentog Ende vergangenen Jahres, sagt Bürgermeister Klaus Ulbricht (SPD). Doch er betont, dass er sich weiter für diesen Standort einsetzt. "Wir verhandeln mit den zuständigen Behörden und wollen zumindest eine Duldung erreichen", sagt der Bezirkschef. Der seit Jahren andauernde Streit um einen dauerhaften Standort für die Solartankstelle war, wie berichtet, im Januar eskaliert. Der damalige Betreiber hatte zwei Mitarbeiter des Bezirksamtes als Geisel genommen und sie bedroht. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Bekannte und ehemalige Kollegen hatten die Tat auch mit dem Verhalten des Bezirksamtes begründet. "Die haben ihn immer wieder hingehalten und vertröstet", sagt ein Ingenieur. Thomas Meyer geht die Sache optimistisch an. Er möchte die Solartankstelle und Bootsausleihe so lange nahe dem Schloss betreiben, bis ein endgültiger Standort feststeht. Im Gespräch ist ein Grundstück am Fuße der Altstadt, an der Lindenstraße 45. Dort soll das "Solarzentrum Köpenick" entstehen.

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Ein Konzept ist in Arbeit und wird voraussichtlich im Sommer diesen Jahres vorliegen, kündigt Peter Schulz von der Forschungsgesellschaft Bau- und Umwelt mbH an. Die Ideen reichen von kleinen Unternehmen, die sich dort ansiedeln, über einen Solarboot-Shuttle-Dienst bis zu öffentlichen Einrichtungen wie Cafés und Restaurants. Für dieses zukunftsorientierte Vorhaben will man auch Fördergelder beantragen. Schulz schätzt den frühstmöglichen Baubeginn auf Frühjahr 2002. Die "Betroffenenvertretung Altstadt Köpenick" lehnt den Standort Frauentog ab. "Das moderne Gebilde passt nun mal nicht vor ein barockes Schloss", sagt Eckhard Leege. Dadurch werde der Blick auf den denkmalgeschützten Bau versperrt. Außerdem vertrage das Gewässer "nicht so viel Bootsverkehr".

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