Berlin : Neuer Mietspiegel: Fast fertig, aber noch geheim

Wohnen wird in der Tendenz billiger. Wem jetzt noch eine Erhöhung angekündigt wird, soll abwarten, rät der Mieterverein

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Es ist wieder so weit: Im August erscheint der neue Berliner Mietspiegel. Der Mietspiegel gibt Auskunft über die ortsübliche Miete einer Wohnung je nach Größe, Baualter, Lage und Ausstattung. Noch feilen die Mieter sowie Haus- und Grundeigentümerverbände an den letzten Details. Noch gilt deshalb: „Wir sind alle zur Verschwiegenheit verpflichtet“, sagt Hartmann Vetter, Chef vom Berliner Mieterverein.

Es gibt zwar noch keine Einzelheiten, dafür aber bereits eine Tendenz zu vermelden. Wie auch schon im Jahr 2003 werden nach dem neuen Mietspiegel für manche Wohnungstypen die Mieten wahrscheinlich sinken. Das ahnen auch die Vermieter und versuchen offenbar, noch schnell die Miete zu erhöhen. Laut Vetter haben tausende Berliner Mieter in den vergangenen Wochen solch unerfreuliche Post erhalten. Vetter rät in solchen Fällen: „Nicht sofort zustimmen! Die Überlegungsfrist ausnutzen!“ Sie gilt zwei Monate. Wer sich erst einmal einverstanden erklärt hat, kann sich später nicht auf den neuen Mietspiegel berufen, wenn dieser einen niedrigeren Wert für die entsprechende Wohnung aufweist. Der Mietspiegel wird nach wissenschaftlichen Kriterien aufgesetzt und von der Stadtentwicklungssenatorin in Kraft gesetzt. Seine Angaben gelten gesetzlich als zutreffend und sind gerichtsfest. Der Mietspiegel gilt für rund 1,2 Millionen Wohnungen. Der letzte trat 2003 in Kraft. Die Angst vieler Berliner erwies sich damals als unbegründet: Der Mietspiegel erlaubte nur in manchen, begründeten Fällen Mieterhöhungen. Mit einer Welle von Mieterhöhungen muss auch in diesem Jahr nicht gerechnet werden. kf

Mehr dazu im Internet unter

www.berliner-mieterverein.de

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