Berlin : Neuer Missbrauchsfall – alter Täter?

Junger Mann verging sich an Elfjähriger. Polizei vermutet Zusammenhang mit Hellersdorfer Taten

Tanja Buntrock

Hat der gesuchte Sexualstraftäter, der im November und Dezember 2002 mehrere Mädchen in Marzahn-Hellersdorf sexuell missbraucht hat, sich erneut an einem Mädchen vergangen? Nachdem am Montagnachmittag ein elfjähriges Mädchen in Hohenschönhausen missbraucht wurde, prüft die Kriminalpolizei nun einen Zusammenhang zwischen den Taten.

Der Mann hatte der Elfjährigen am Montag nach Schulschluss – wie in einer Teilauflage gestern berichtet – vor einem Hochhaus in der Wustrower Straße aufgelauert. Er tat so, als suche er ein Klingelschild. Dann bedrohte er die Schülerin mit einer Waffe, zwang sie in den Keller, verging sich an ihr und flüchtete. Nachbarn hörten die Hilferufe des Kindes im Keller und alarmierten die Polizei.

„Die Vermutung liegt nahe, dass es ein und derselbe Täter war, aber wir können es nicht belegen“, sagte Oliver Knecht, Leiter der Inspektion für Sexualdelikte. Die Vorgehensweise des Täters sei „nicht speziell“, so dass daraus nicht unbedingt Schlüsse gezogen werden könnten.

Das Mädchen wurde gestern von Kriminalpolizisten befragt. Die Beamten, darunter eine Psychologin, zeigten ihm auch Fotos verschiedener Straftäter. Sie hoffen, aufgrund der Beschreibung ein aktuelles Phantombild anfertigen zu können. Nach Angaben der Polizei wurde der Täter als etwa 18 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 groß mit blondem, kurzen Haar und Bartstoppeln beschrieben. Die Kleidung des Opfers wird kriminaltechnisch untersucht, um Material für eine DNA-Analyse des Täters zu gewinnen. Schon im Februar hatte die Kripo ein Phantombild des Sexualstraftäters herausgegeben. Der Mann hatte im November und Dezember vergangenen Jahres drei Mädchen im Alter von 8, 12 und 13 Jahren in einem Keller vergewaltigt. Derselbe Täter versuchte im Februar dieses Jahres, eine 12-Jährige in einem Haus nahe der Allee der Kosmonauten zu missbrauchen. Doch das Mädchen wehrte sich heftig und konnte flüchten.

Ein anderer Fall, der mit diesem nicht in Zusammenhang steht, ereignete sich im Sommer in der Schluchseestraße in Reinickendorf. Dort hatte ein 41-Jähriger eine Sechsjährige sexuell missbraucht. Ein Foto aus einer Überwachungskamera führte auf seine Spur. Das Ergebnis seiner DNA-Analyse ist seitdem gespeichert.

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