• Neuer Ort für Lollapalooza-Festival: Online-Petition will Festival im Treptower Park verhindern

Neuer Ort für Lollapalooza-Festival : Online-Petition will Festival im Treptower Park verhindern

Weil im Tempelhofer Flughafen Flüchtlinge wohnen, zieht das Lollapalooza-Festival in den Treptower Park. Doch Anwohner wehren sich dagegen - mit einer Online-Petition.

Julia Bernewasser, Helena Wittlich
Blick auf den Treptower Park
Blick auf den Treptower ParkFoto: Kitty Kleist-Heinrich

Eine Online-Petition auf change.org protestiert gegen die Verlegung des Lollapalooza-Festivals in den Treptower Park. "So viele Besucher auf einmal werden definitiv die Pflanzen und Tiere im Park schädigen.", heißt es darin. Das festival soll stattdessen auf den Zentralen Festplatz in der Nähe des Flughafen Tegels ausweichen. Bislang haben mehr als 1000 Nutzer unterschrieben. Auch der Treptower Abgeordnete Harald Moritz (Grüne) hält den Park nicht für festivaltauglich. Wegen der Unterbringung von Flüchtlingen kann das Festival nicht auf dem Tempelhofer Flughafen wie das Jahr zuvor stattfinden.

Anwohner haben gemischte Gefühle

Stefanie Schippel leitet das Restaurant „Klipper“ im Treptower Park. Sie glaubt nicht, dass das Festival ihr mehr Besucher bringt. Im Gegenteil: „Die wollen dann höchstens unsere Toiletten benutzen.“ Sie befürchtet zudem, dass der Park hinterher verschmutzt zurückgelassen werde. Am 10. und 11. September gebe es schon Reservierungen für Einschulungsfeiern. „Die Gäste werden dann auch keinen Parkplatz vor der Tür bekommen.“

Ronald Mehner arbeitet beim „advita Pflegedienst“ und betreut am Park eine WG. „Wenn das Festival bis nachts geht, dann werden die Bewohner es schon mitbekommen.“ Ansonsten befürchte er nicht, dass es lauter werde als bei anderen Veranstaltungen.

Schon öfter als Festival-Ort genutzt

Der Park verträgt weit mehr als das Lollapalooza mit seinen vermutlich 50 000 Besuchern an zwei Tagen. Zur 750-Jahrfeier Berlins 1987 ließ dieDDR-Führung die britische Rockband Barclay James Harvest einfliegen. Rund 150 000 Fans zertrampelten am 14. Juli die Parkwiesen. Am 17. September 1987 folgte Bob Dylan, die Jugendorganisation FDJ durfte 81 000 Karten verkaufen. Linken-Politikerin Katrin Lompscher erinnert sich noch gut an diese Konzerte und findet das Lollapalooza deswegen auch ganz gut aufgehoben dort. Dass die Grünflächen des Parks irreparable Schäden erleiden könnten, war damals kein Thema. Im Jahr 2006 wurde das WM-Public-Viewing-Festival Popkick im Park veranstaltet, und sofort gründete sich eine Anwohnerinitiative dagegen. Sie ist inzwischen eingeschlafen.

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