Berlin : Neuer Partner des Spandauer Kultursommers - Auftritte am Juliusturm

Rainer W. During

Die Zukunft des Kultursommers auf der Freilichtbühne am Juliusturm ist gesichert. Nach dem Ausstieg des Altstadt-Theaters konnte vom Kunstamt ein neues Veranstaltungsprogramm organisiert werden. Neben der Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit mit der Künstlerförderung des Senats steht eine neue Partnerschaft mit dem Theater des Westens im Mittelpunkt.

Wie berichtet, hatte das Altstadt-Theater bereits Ende des vergangenen Jahres frühzeitige finanzielle Garantien gefordert, die Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) aufgrund der prekären Haushaltslage nicht geben konnte. Auch ein Sponsoring-Angebot des Straßenmöbelfabrikanten Wall hatte sich nicht realisieren lassen. Dieser wollte die Spandauer Sommerfestspiele zehn Jahre lang mit jeweils einer Viertelmillion Mark unterstützen, wenn der Bezirk ihm im Gegenzug die Aufstellung von fünf weiteren Werbetafeln gestattet hätte. Ein "Geschäft", das an haushaltsrechtlichen Bedenken scheiterte. So steht das neue Programm auch unter dem Einfluss leerer Staatskassen. "Alle Verträge sind vorläufig und stehen unter dem Vorbehalt der Aufhebung der Haushaltssperre", sagte der Vize-Kunstamtsleiter Ulrich Funk im Kulturausschuss der Bezirksverordnetenversammlung.

Dann soll es allerdings ein Angebot geben, dessen Vielfalt die bisherigen Langzeitprojekte weit übertrifft. Zum Auftakt der neuen Kooperation wird das Theater des Westens im Juni mit seinen Künstlern eine Reihe von Konzerten aus den Bereichen Musical und Operette präsentieren. Mit dem dort tätigen Catering-Betrieb wird außerdem wegen der Übernahme der Freilichtbühnen-Gastronomie verhandelt. 2001 soll die Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden, kündigte Funk an. Über Programmdetails wird in Kürze gesprochen, sagte TdW-Sprecherin Barbara Valentin.

Für den Monat Juli ist man mit den Produzenten von "Frau Luna" im Gespräch, die gegenwärtig im Theater Karlshorst läuft und im Sommer nach Spandau wechseln könnte. Nachdem die Finanzierung der Künstlerförderung auch für dieses Jahr sichergestellt ist, wird sich im August eine Inszenierung der "Bettleroper" anschließen. Funk: "Die Regisseurin ist benannt, Ende April erfolgt die Auswahl der Künstler".

Ende Juni oder Anfang Juli gibt es eine Neuauflage des Zigeunermusikfestivals, das von der Zitadelle ebenfalls in die Freilichtbühne verlegt wird. Auch der Nachwuchs soll nicht zu kurz kommen. Für ihn wird die erfolgreiche Vorjahresproduktion "Eine Woche voller Samstage" wieder ins Programm genommen. Ebenfalls fortgesetzt wird das Angebot des Vereins "Kindertheater".

Gegenwärtig werden die brüchigen Bühnenbretter durch Schüler des Oberstufenzentrums Bau/Holz erneuert. Wenn die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen sind, soll die Spielsaison bereits im Mai beginnen.

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