Berlin : Neuer Schulgesetz-Entwurf: Religion oder Ethik? Schulen sollen selbst entscheiden

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Berlins Schule bekommt ihr eigenes "Grundgesetz". So jedenfalls bezeichnete Schulsenator Klaus Böger (SPD) gestern den lang erwarteten Entwurf für das neue Schulgesetz, das das alte von 1980 ablösen soll. Mit den erweiterten Kompetenzen für die Einzelschule, den Prüfungen nach der 10. Klasse, der Grundschulreform und der Qualitätssicherung durch interne und externe Kontrollen enthält es die seit längerem bekannten Kernpunkte. Eine bedeutsame Änderungen hat Böger aber in Sachen "Religionsunterricht" vorgenommen. Er fügte eine "Experimentierklausel" ein, wonach Oberschulen auf Antrag Ethik und/oder Religionsunterricht als ordentliche Unterrichtsfächer einführen können.

Anders als zunächst von Teilen der SPD-Fraktion vorgeschlagen, nennt das Gesetz keine Obergrenze von Schulen, die den Versuch beantragen können. Allerdings muss die Aufsichtsbehörde zustimmen. Der Schulversuch soll zunächst auf fünf Jahre beschränkt werden. Die Schulen haben die Wahl zwischen zwei Modellen: Entweder sie bieten wahlweise Ethik und Religion, wobei ein Viertel der Stunden der Begegnung zwischen beiden Schülergruppen dienen soll. Oder sie bieten nur Ethik; allerdings muss dann die Hälfte der Stunden für die Religionsgemeinschaften reserviert werden, die diese so genannten Fenster in eigener Verantwortung gestalten können.

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