Berlin : Neuer Staatssekretär: Operation Nachfolger

Amory Burchard

Strahlend präsentierte die Senatorin für Arbeit, Soziales und Frauen, Gabriele Schöttler (SPD), gestern ihren Kandidaten für den frei gewordenen Staatssekretärsposten. Auf der schwierigen Suche nach einem Nachfolger für Klaus-Theo Schröder, der zum privaten Krankenhaus-Betreiber Rhön-Kliniken wechselt, habe sie immer wieder den Namen "Dr. Dopatka" gehört, sagte Schöttler. In ersten Gesprächen mit Friedrich-Wilhelm Dopatka, promovierter Jurist und bis 1995 Finanzstaatsrat in Bremen, habe sich dann herausgestellt: "Wir können gut miteinander arbeiten und waren voneinander überzeugt." Dopatka sekundierte, ihm hätten die intensiven Gespräche mit Schöttler und ihren engsten Mitarbeitern "die Sicherheit gegeben, dass hier ein gutes Team arbeitet, zu dem man gerne dazukommt."

Die Probleme, die vom 1. Februar an auf Dopatka zukommen, wenn das Parlament seiner Ernennung zustimmt, wurden ihm indes nicht verschwiegen. Es stehe ja "einiges auf der Agenda, was seines Gleichen sucht", befand Dopatka: Die Gründung der Krankenhaus-GmbH und die Berliner Arbeitsmarktsituation. Bei Nachfragen blieb der Kandidat zwar gelassen, Senatorin Schöttler aber strahlte bald nicht mehr. Auf die an Dopatka gestellte Journalistenfrage, ob er Krankenhäuser besuchen wolle, die weiterhin gegen die Gründung der GmbH protestieren, antwortete Schöttler: "Am 15. Januar laufen die letzten Widerspruchsfristen ab, danach wird dieses Problem nicht mehr bestehen." Wenn der Staatssekretär in die Kliniken gehen würde, werde es um ganz andere Probleme gehen - "um die gemeinsame Gestaltung der Zukunft".

Friedrich Dopatka widersprach nicht, betonte aber, der "Kontakt zu Mitarbeitern vor Ort" habe für ihn Priorität. Die Zusammenfassung der städtischen Krankenhäuser in einer privaten Organisationsform scheint er für unumgänglich zu halten. Angesichts der Wettbewerbssituation unter Krankenhäusern in verschiedener Trägerschaft und den Defiziten der städtischen Kliniken müsse es darum gehen, "Qualität zu sichern und Defizite abzubauen".

Zur Zukunft des Krankenhauses Moabit, das gegen seine vom Senat beschlossene Schließung klagt, wollte sich Dopatka nicht äußern. Bei Klinik-Schließungen müsse man die Versorgungsstruktur des betroffenen Bezirks und die soziale Rolle des Krankenhauses berücksichtigen. Allerdings könne er "nicht Entscheidungen umschmeißen, die schon gefallen sind", betonte Dopatka. Senatorin Schöttler kommentierte dies mit einem entschiedenen Kopfnicken.

Für Berlin hat sich der gebürtige Schleswig-Holsteiner Dopatka ganz bewusst entschieden. In so einer besonderen Stadt an der Gestaltung der Zukunft mitzuarbeiten, reize ihn sehr, sagte Dopatka. Die Anwaltskanzlei, die er seit 1995 in Bremen leitete, will er an einen Kollegen übergeben. Für ihn und seine Frau solle der Hauptwohnsitz Berlin heißen.

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