Berlin : Neuer Streit um das Mahnmal

Degussa-Konkurrent spricht von Preisabsprachen und will klagen

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Kaum kann am HolocaustMahnmal weitergebaut werden, droht schon die nächste Verzögerung. Die Firma PPS Interservice will klagen, weil sie eine illegale Preisabsprache des Senats mit der Firma Degussa sieht. Das kündigte PPS-Geschäftsführer Stephan Wagener gegenüber dem ARD-Magazin „Report Mainz“ an und bestätigte es dem Tagesspiegel. Er macht einen Verstoß gegen das Vergaberecht geltend; erhoben hat er die Klage aber noch nicht. Es geht dabei erneut um den Graffitischutz der Stelen. Das Angebot seiner Firma sei wesentlich günstiger gewesen als das von Degussa, sagt Wagener; Degussa habe in einem Brief an den Senat Preisnachlässe im Rahmen eines Sponsorings in Aussicht gestellt und dann den Zuschlag erhalten. Dabei sei der viel höhere Preisvorschlag von Degussa auf exakt den Preis des PPS-Angebots nach unten korrigiert worden. PPS habe wiederum nicht die Chance erhalten, den Preis nachzubessern.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeigte sich gestern überzeugt, dass diese Klage erfolglos sein wird. „Die Vergabe des Graffitischutzes an Degussa ist juristisch genau geprüft worden und einwandfrei verlaufen“, sagte Sprecherin Petra Rohland. „Wir haben keine Zweifel daran, dass der Bau regulär weiterlaufen wird, ohne zeitliche Verzögerung.“ Bei dem Graffitischutz von Degussa habe es sich einfach um das bessere Produkt gehandelt. „Degussas Graffiti-System bietet Permanentschutz, während das System von PPS nur temporären Schutz bietet und immer wieder erneuert werden muss“, sagte Rohland. „Report“ zitiert auch den Berliner Verwaltungswissenschaftler Ulrich Battis, der die Klage von PPS sehr wohl für aussichtsreich hält. fk

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