Berlin : Neues Angebot für Riesenrad am Zoo

22 Millionen Euro für Grundstück geboten

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Dem Senat liegt ein konkretes Angebot für das geplante Riesenrad am Zoo vor: Einer der beiden interessierten Investoren will insgesamt rund 70 Millionen Euro in das Projekt stecken, 22 Millionen davon bietet die World Wheel Berlin Holding für Grundstücke, die derzeit zum Wirtschaftshof des Zoos gehören. Das bestätigte gestern Michael Waiser, der Geschäftsführer der Holding. Nach fast drei Jahren zäher Verhandlungen haben es die Investoren nun eilig. „Bis 2008 soll das Riesenrad stehen“, sagt Waiser. Die Finanzierung sei gesichert. „Wir haben kapitalstarke Geldgeber.“ Das Geld sei verfügbar, „sobald die Entscheidung fällt, dass wir bauen können“. Demnach kommt das Geld aus einem Kapitalfonds, an dem sechs Gesellschafter beteiligt sind, Firmen wie Einzelpersonen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die TU Berlin mitgeteilt, dass sie ihre Grundstücke nicht abgeben werde. Spekulationen, dass damit das Riesenrad-Projekt gescheitert sei, wies Waiser zurück: „Wir brauchen die TU-Flächen nicht unbedingt.“ Die rund 12 000 Quadratmeter Zoo-Gelände reichten aus. Nun muss die Finanzverwaltung des Senats entscheiden, ob sie das Gelände verkaufen will. Zudem müssten Vorstand und Aufsichtsrat des Zoos zustimmen.

Bisher allerdings kommentiert Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) das Angebot nicht. Und dessen Parteifreundin, die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, bestätigt nur, „dass Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist“. Intern aber gibt es Bedenken, ob das Zoo-Areal der geeignete Standort sei. Dem Vernehmen nach soll es demnächst bei Junge-Reyer ein Gespräch aller Beteiligten geben. Nach Informationen des Tagesspiegels ist die Zoospitze in zwei Lager gespalten. Zoodirektor Gerald Uhlich sagte dazu, es gebe Befürworter und Gegner des Projektes. Aussagen, denen zu- folge der Zoo Ende März in einer Aufsichtsratssitzung eine definitive Entscheidung fälle, dementierte Uhlich.

Von den Bezirken Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf ist kein Widerstand zu erwarten. Beide können sich nach eigenem Bekunden das Riesenrad am Zoo grundsätzlich gut vorstellen. Das Projekt eines Riesenrads war bereits am Standort neben dem Technik-Museum auf dem Gelände des Gleisdreiecks gescheitert. mne

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