Berlin : Neues Archiv soll Geschichte retten

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Historiker und Unternehmer aus Berlin wollen ein Wirtschaftsarchiv gründen, das wichtige Unterlagen von Firmen der Region sichern soll. „Wir haben schon oft erlebt, dass Dokumente von Unternehmen, die Pleite gegangen sind, im Altpapiercontainer gelandet sind“, sagt Klaus Dettmer vom Berliner Landesarchiv. „Dadurch gehen wichtige Erkenntnisse über die Geschichte der Stadt verloren.“ Eine Gruppe Berliner Historiker hat daher den Förderverein BerlinBrandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V. gegründet, der wichtige Dokumente bewahren soll. Vorsitzender des Vereins ist Klaus Pohle, ehemaliger Finanzvorstand der Schering AG.

Der Wirtschaftsclub VBKI will den neuen Verein unterstützen. „Es ist besonders bedauerlich, dass es ein solches Archiv in Berlin noch nicht gibt, da man das Auf und Ab der Geschichte eines Gemeinwesens natürlich auch an der Entwicklung seiner Unternehmen ablesen kann“, sagte VBKI-Präsident Klaus von der Heyde am Mittwoch vor Journalisten. Mit seinen 126 Jahren sei der VBKI Teil der Berliner Wirtschaftsgeschichte, betonte von der Heyde. „Wir haben die traurige Erfahrung gemacht, dass die gesamten wertvollen Archivbestände des VBKI 1945 im Feuersturm untergegangen sind und dass die Geschichte des Vereins nur mühsam rekonstruiert werden konnte.“

David Weißert, Referatsleiter in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, sagte die „ideelle Unterstützung“ seiner Behörde für die private Initiative zu. Vorbild könne das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv sein. Die Historiker wollen Bilanzen, Verträge, Fotos und Firmenchroniken sammeln und hoffen auf die Unterstützung Berliner Unternehmen.

Förderverein Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V., c/o Landesarchiv Berlin, Klaus Dettmer. Telefon: 90264214

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