Neues Car-Sharing-Modell : Mit Freifahrt nach dem Tanken

Drive-Now-Modell für Leihwagen von BMW und Sixt hat nach 100 Tagen bereits 3800 Mitglieder.

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Chip und los. Registrierte Drive-Now-Kunden erkennen ihr Auto am Logo.
Chip und los. Registrierte Drive-Now-Kunden erkennen ihr Auto am Logo.Foto: promo

Kurze Strecken im geliehenen Auto zurücklegen, sich dabei nicht ums Tanken kümmern müssen, und dann das Fahrzeug einfach irgendwo abstellen – vor 100 Tagen haben BMW und der Autovermieter Sixt dieses Modell, „Drive Now“ genannt, in Berlin eingeführt. Mittlerweile gibt es nach Angaben von Sprecher Michael Fischer bereits 3800 Nutzer. 300 Autos stehen bereit; bis zum Sommer sollen es 500 werden. Auch Elektroautos sind geplant.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Car-Sharing-Stationen, bei denen die Leihautos an vorgegebenen Stationen abgeholt und zurückgegeben werden müssen, sind die Drive-Now-Fahrzeuge, BMW-1er-Modelle oder Minis, in der Stadt verteilt. Allerdings beschränkt sich das Angebot bis auf wenige Ausnahmen bisher auf das Gebiet innerhalb des S-Bahn-Rings. Verlässt man das „Geschäftsgebiet“, kann das Auto nicht abgemeldet werden und muss bis zur Rückkehr weiter bezahlt werden.

Drive Now praktiziert damit für Autos das Konzept, das die Bahn bis zum vergangenen Jahr für ihre Leihfahrräder angeboten hatte: das flexible Ausleihen und Abgeben innerhalb des S-Bahn-Rings. Während die Bahn inzwischen ihre Räder, die derzeit Winterpause haben, an feste Stationen gebunden hat, was nicht allen Kunden gefällt, ist Fischer überzeugt, dass das Drive-Now-System auch langfristig erfolgreich sein wird. Langfristig soll es in der Stadt etwa 80 000 Mitglieder geben. Noch ist der typische Nutzer ein 32 Jahre alter Mann, der sich für neue Techniken begeistert. Nur etwa zehn Prozent der Kunden sind bisher Frauen. 70 Prozent der Drive-Now-Mitglieder nutzen nach Fischers Angaben regelmäßig Bahnen und Busse, 50 Prozent das Fahrrad. Ziel sei es, dass jeder Nutzer nicht weiter gehen müsse als 500 Meter, um eines der braunen, schwarzen oder weißen Autos zu finden, die jeweils einen Namen haben.

Die Standorte der Autos werden im Internet oder über sogenannte Apps mitgeteilt. Dabei erfahren die Fahrer auch sofort, wie voll der Tank noch ist und wie der Vornutzer die Sauberkeit beurteilt hat. Aber auch telefonisch kann man sich über die Position eines freien Autos informieren. Nach der Vorbuchung bleibt das Auto 15 Minuten lang reserviert; so wird verhindert, dass sich ein anderer Kunde in der Zwischenzeit das ausgesuchte Fahrzeug schnappt.

Abgerechnet wird nach Minuten. Eine kostet 29 Cent; enthalten sind die Kosten fürs Benzin und fürs Parken, bei dem die Gebühren automatisch abgerechnet werden. Wird die Fahrt unterbrochen, ohne sich auszubuchen, werden 10 Cent pro Minute fällig. Beim Mini ist der Stundensatz auf 14,90 Euro begrenzt.

Ganz Schlaue können 20 Minuten gratis fahren. Wer ein Auto mit fast leerem Tank findet und selbst für Nachschub sorgt, erhält als Belohnung die 20-minütige Freifahrt. Klaus Kurpjuweit

Weitere Informationen unter www.drive-now.com

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