Neues Hundegesetz : „Ich wurde noch nie kontrolliert“

Bald dürfen Herrchen und Frauchen ihre Hunde nur noch mit Leine und Kotbeutel ausführen - es sei denn, sie haben einen Hundeführerschein. Eine Hundetrainerin im Gespräch über das neue Gesetz.

Anna Ullrich
Hundetrainerin Liane Kramer
Hundetrainerin Liane KramerFoto: Promo

Liane Kramer betreibt eine Hundepension in Reinickendorf und bietet Hundeausbildungen an.

Frau Kramer, was gilt es zu beachten, wenn Sie mit einer Gruppe von Hunden unterwegs sind?
Meist nehme ich zwei bis drei Hunde mit und führe sie an der Leine. Die müssen sich natürlich vertragen. Nur in ausgeschilderten Grünflächen bewegen sie sich frei.

Künftig wird mehr Bußgeld fällig, wenn ein Halter das Häufchen nicht entsorgt – eine gute Idee?
Das sind Kosten, die jeder Hundehalter vermeiden kann. Ich habe immer eine ganze Tütenrolle bei mir. Es ist einfach hässlich, in der Stadt verteilte Hundehaufen zu sehen. Wenn es nicht anders geht, müssen die Strafgelder eben steigen.

Gibt es in der Innenstadt genügend Auslaufmöglichkeiten für Hunde?
Generell ist die Innenstadt stark bebaut, neue Wohneinheiten werden benötigt. Natürlich wären mehr Hundegärten wünschenswert, aber gerade um Berlin gibt es tolle Auslaufgebiete, beispielsweise den Tegeler See. Jeder Hundeliebhaber sollte diese nutzen. Ich denke nicht, dass die Stadt mehr Auslaufflächen für Hunde bieten muss.

Kommt ein „Hundeführerschein“ für Sie infrage?
Diese Ausnahmeregelung ist für mich kaum sinnvoll. Gerade auf Bürgersteigen sollte eine Leinenpflicht ohne Ausnahme durchgesetzt werden, zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und anderer Hunde. Die generelle Kontrolle von Hundebesitzern und der Nachweis eines richtigen Umgangs, die mit dem Führerschein einhergehen, sehe ich aber positiv.

Sind Sie bei Ihren Spaziergängen schon einmal kontrolliert worden?
Nein, noch nie. Wobei häufigere Kontrollen sinnvoll wären, gerade was das korrekte Anleinen betrifft.

Das Interview führte Anna Ullrich.

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