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Neues Kohlenmonoxid-Unglück : Helfer müssen Wohnungen in Prenzlauer Berg aufbrechen

Nach dem Gasunglück in Berlin-Köpenick am Montag mit sechs Toten sind nun in Prenzlauer Berg zwei Menschen mit einer Vergiftung in eine Klinik gekommen. Das betroffene Haus wird derzeit saniert.

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Erneut hat es in Berlin einen Unfall mit Kohlenmonoxid gegeben. Zwei Mieter einer Wohnung in der Pankower Wisbyer Straße in Pankow hatten am Sonnabend die Polizei gerufen, weil sie unter massiven Kopfschmerzen und Schwindel gelitten hätten, berichtete einer der Betroffenen.

Das gefährliche Gas verursacht derartige Symptome und kann zum Tod führen. Bei den beiden Männern, die ihre Wohnung selbstständig verlassen konnten, sei eine erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid im Blut festgestellt worden, hieß es von der Feuerwehr. Lebensgefahr habe aber nicht bestanden.
Erst vergangenes Wochenende war Kohlenmonoxid aus einer defekten Therme in einer Köpenicker Wohnung ausgetreten und hatte eine sechsköpfige Familie getötet. Die Polizei ermittelt.

Das Haus in der Wisbyer Straße wird seit längerem saniert und ist von Gerüsten eingedeckt. Offenbar ist durch Bauarbeiten der Abzug des sogenannten Gasaußenwandofens beschädigt worden, durch den die giftigen Abgase nach draußen strömen sollen. Das Loch sei auch verputzt worden, hieß es von Feuerwehrleuten. „An der Fassade wird seit längerem gearbeitet, aber wir haben die Heizung erst an diesem Sonnabend aufgedreht, weil es einfach zu kalt geworden war“, sagte einer der beiden Betroffenen, die seit 2008 dort wohnen.

Aus Sicherheitsgründen haben Polizei und Feuerwehr am Sonnabend anschließend alle 30 Wohnungen des Gebäudes begutachtet, von denen jedoch nur sieben bewohnt sind. Dazu mussten auch verschlossene Wohnungen, deren Mieter nicht zu Hause waren, aufgebrochen werden. Die Gaszufuhr ist gestoppt worden. Ob es sich bei den Arbeiten am Abzug um ein Versehen handelte, oder eine absichtliche Manipulation, war zunächst nicht zu erfahren. Bei der Polizei ging noch am Sonnabend eine Anzeige ein, man prüfe den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Die betroffenen Mieter werfen dem Hauseigentümer vor, sie vertreiben zu wollen. So war am Sonnabend auch ein Besuch eines Gerichtsvollziehers angekündigt, der habe auf Antrag der Mieter anordnen sollen, dass die von der Hausverwaltung gekappte Wasserzufuhr wieder hergestellt werde. Schon in diesem April sollen sich Männer der Hausverwaltung gewaltsam Zugang zu der betroffenen Wohnung verschafft haben. Sie begründeten dies den Bewohnern gegenüber damit, dass sie wegen eines nur befristeten Mietvertrages auszuziehen hätten. Juristen erklärten, solche Verträge seien nun in „absoluten Ausnahmen“ zulässig, nicht aber vor einer gewöhnlichen Sanierung.

Das Haus in der Wisbyer Straße ist derzeit Gegenstand mehrerer Verfahren. Bewohner des Hauses berichteten dem Tagesspiegel von „jahrelangem Streit“ mit der Verwaltung. Der Eigentümer des Hauses sei auch schriftlich nie selbst aufgetreten, sondern nur über den Hausverwalter, der einen offiziellen Briefkasten in einem maroden Bau in der nahen Kuglerstraße hat. Auf Nachfrage waren beide nicht zu erreichen.

Bei dem Unglück in Köpenick, bei dem eine Frau, ihre vier kleinen Kinder und ihr Lebensgefährte starben, waren der Abzug einer Gastherme mit Papier und Stoff verstopft worden. Die Vormieter hatten das eingeräumt. Sie wollten sich so vor Kälte und Zugluft schützen, nachdem sie die Gasrechnungen offenbar nicht bezahlen konnten und die Zufuhr eingestellt worden war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Vormieter wegen des Verdacht der fahrlässigen Tötung, das Verfahren könne aber ausgeweitet werden, hieß es. Denn möglicherweise wäre auch die Hausverwaltung in der Pflicht gewesen, bei einer Neuvermietung zu prüfen, ob die Gasanlagen fehlerfrei funktionieren.

Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Bei den meisten Brandtodesfällen sind nicht Verbrennungen die Todesursache, sondern Kohlenmonoxid oder das ebenfalls gefährliche Kohlendioxid.

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