Neues Magazin im Tagesspiegel : Es ist ein Berliner

80 Seiten Stadtgefühl: 200 Gäste feierten das neue Magazin des Tagesspiegels. An diesem Sonnabend liegt es der gedruckten Zeitung bei.

Helena Wittlich
Im März ist die nächste Ausgabe geplant.
Im März ist die nächste Ausgabe geplant.Foto: Mike Wolff

Ob es wohl Zufall oder Absicht ist, dass Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner am Donnerstagabend in einer pink-türkisfarbenen Krawatte erscheint, die farblich perfekt auf das Cover des neuen Magazins „Tagesspiegel Berliner“ abgestimmt ist? Das Pink findet sich auch in den neonfarbenen Lettern am Fenster der Location in der Potsdamer Straße, die den Namen des Magazins verkünden.

Gefeiert wird das Erscheinen der ersten Ausgabe am Sonnabend – als Beilage der Zeitung. Strahlend weiße Wände, eine breite Glasfront – die Party präsentiert sich minimalistisch. Der vorherrschende Dresscode: natürlich schwarz, das ist Berliner Stil. Rund 200 Gäste kamen, um auf das neueste Mitglied der Tagesspiegel-Familie anzustoßen.

Geschichten nicht nur aus Berlin

Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt freut sich über das neue Magazin. „Der ,Berliner‘ steht für etwas Weltoffenes, Aufgeklärtes“, sagt er auf den Stufen einer kleinen Treppe stehend. Die Idee für ein Magazin habe es im Haus schon lange gegeben, den Wunsch, das Gefühl der Stadt, den Aufbruch, der seit den Nullerjahren herrscht, zu einer Publikation zu machen – die sei jetzt da. Die Geschichten im Heft spielten nicht zwangsweise in Berlin, sondern seien „gedanklich getragen vom Berliner Geist“. Deswegen ginge es ja auch an „Berlinerinnen und Berliner weltweit“. Die Themen beschäftigen sich mit Aufbruch und Veränderung, mit Kultur und Konsum.

Dresscode schwarz. Dunkle Farben lagen bei der Launchparty im Trend.
Dresscode schwarz. Dunkle Farben lagen bei der Launchparty im Trend.Foto: Mike Wolff

Der „Berliner Geist“ ist auch an diesem Abend präsent. Die Autorin und Regisseurin Helene Hegemann ist gekommen, sie hat ein Gast-Editorial für das Magazin verfasst. „Es geht um Vielfalt“, beschreibt sie darin das Heft. „Um Freiheit, die immer schwieriger von Konkurrenzkampf zu unterscheiden ist. Und um Produkte. Um das, was wir haben wollen, was wir haben können – und deshalb zwangsläufig auch um die Frage, was wir wirklich brauchen.“

Auch andere Protagonisten der Magazin-Geschichten sind gekommen. Etwa die Designerin und Illustratorin Sarah Illenberger, die im Heft erzählt, dass sie eigentlich lieber Rennfahrerin geworden wäre. Oder die junge Unternehmerin Laura Zumbaum, die eine Limonade aus den Schalen der Kaffeebohnen entwickelte – und plötzlich als Firmenchefin um die Welt jettet. Oder der Fotograf Ashkan Sahihi mit einigen seiner „Beautiful Berlin Boys“. Sahihi porträtiert in seiner Serie junge Männer, die in Berlin zu sich selbst gefunden haben. Auch andere Prominenz schaut vorbei, etwa Christoph Amend, Chefredakteur des „Zeit Magazins“ und der Modedesigner Hien Le.

Nackte Männer im Blatt

Die Tanzfläche im Nebenraum bleibt zu Beginn relativ leer. Lieber blättern die Partygäste durch das Heft – das ist an dem Abend zum ersten Mal erhältlich und liegt in den Räumen aus. Spontane Reaktionen rufen die nackten Männer im Blatt hervor. Insgesamt gibt es viel Lob für den verantwortlichen Redakteur Jan Oberländer, die Artdirektorin Suse Grützmacher und ihr Team. Oberländer war zuvor einer der Macher der Tagesspiegel-Sonnabendbeilage „Mehr Berlin“, zwischenzeitlich leitete er als Chefredakteur das Stadtmagazin „Zitty“.

Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt (l) und Jan Oberländer.
Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt (l) und Jan Oberländer.Foto: Mike Wolff

Ein Teil der Party findet trotz November-Temperaturen draußen statt, einen Raucherraum gibt’s nämlich nicht. Dafür Unisex-Toiletten – passend zu Berlin. Die Temperaturen haben aber doch ein Gutes: Die Getränkekisten werden einfach im Freien vor dem Eingang gelagert.

Zu späterer Stunde haben die meisten Gäste das Magazin ausgelesen und die Tanzfläche füllt sich. Eigentlich soll gegen 22 Uhr Schluss sein. Doch niemand will sich so richtig rausschmeißen lassen. Ein letztes Lied und ein letztes Glas sind immer noch drin. Dann geht das Licht aus und die Tür zu. Der harte Kern zieht noch ein paar Häuser weiter.

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