Neues Museum : Potsdam-Tourismus profitiert vom Barberini

Bereits 60.000 Kunstfreunde haben das neue Potsdamer Museum besucht. Den anderen Attraktionen der Stadt, aber auch Hotels und Lokalen, kommt das zugute.

von und Katharina Wiechers
Fasziniert. Barberini-Besucher vor den Seerosen von Claude Monet.
Fasziniert. Barberini-Besucher vor den Seerosen von Claude Monet.Foto: dpa/B. Settnik

Die erste Bilanz kann sich sehen lassen: Rund 60.000 Kunstinteressierte haben im ersten Monat die Ausstellungen im neu eröffneten Barberini-Museum am Alten Markt in Potsdam besucht. Und bereits 12 000 Jahreskarten wurden verkauft. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, vorab online Zeitfenster-Tickets zu buchen und so die Schlangen am Eingang zu umgehen, teilten die Betreiber weiter mit. Die Eröffnungsausstellungen „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ und „ Klassiker der Moderne. Liebermann, Munch, Nolde, Kandinsky“ sind noch bis zum 28. Mai zu sehen.

Mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von bisher 15.000 pro Woche kann sich das Barberini mit renommierten Berliner Museen messen. Auch das digitale Angebot erfreut sich offenbar großer Beliebtheit. So wurde eine kostenfreie App, die über die Ausstellungen und den wieder aufgebauten Palast des Museums informiert, bereits 12.500 Mal heruntergeladen. Sie enthält zudem Audioguide-Touren mit unterschiedlichen Schwerpunkten für Erwachsene und Kinder. Auf Facebook hat das Barberini überdies schon rund 6700 Fans. Und seinem Twitteraccount folgen aktuell 900 Personen.

Palais Barberini: Potsdams neue Stadtkrone
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1 von 38Foto: Museum Barberini
23.01.2017 12:54Der Alte Markt in Potsdam nimmt wieder Form an, Aufnahme aus dem Sommer 2016.

Abgesehen von der Strahlkraft fürs eigene Haus zaubert der „Barberini-Effekt“ auch ein Lächeln auf die Gesichter der Potsdamer Tourismuswerber. Obwohl die Saison noch gar nicht begonnen habe, sei der Alte Markt seit der Museumseröffnung spürbar belebter, sagt Raimund Jennert, Chef der Potsdam Marketing und Service GmbH. Diese betreibt am Alten Markt eine Touristeninfo. Auch dort sei es inzwischen wesentlich voller, weil sich viele Barberini-Besucher für weitere Attraktionen der Stadt interessierten.

Seit wenigen Tagen betreibt die Marketing- und Service GmbH zudem die Barberini-Hotline. Dort werden alle Fragen rund um das Museum beantwortet. Positiv wirkt sich das Barberini auch auf die Hotellerie und Gastronomie aus. Vor allem an den Wochenenden seien mehr Hotelbuchungen zu verzeichnen, sagt Olaf Lücke, Chef des Landesverbandes der Hotels und Gaststätten (Dehoga). Konkrete Zahlen könne man noch nicht nennen.

Die Tourismus Marketing Brandenburg GmbH (TMB), die im Auftrag des Landes den Fremdenverkehr in Brandenburg managt, ist ebenfalls zufrieden. Das Barberini stärke das ohnehin positive Image der Kulturstadt Potsdam, sagt TMB-Sprecher Patrick Kastner. Das Feedback sei sehr gut. Auf einen Ping-Pong-Effekt hofft zudem die Schlösserstiftung. Nach dem Motto, so Sprecher Frank Kallensee: „Die schönste französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts hängt im Museum Barberini, für die schönste des 18. Jahrhunderts kommen Sie in die Bildergalerie im Park Sanssouci.“

Götz Friederich, Chef des Marketing-Clubs Potsdam, glaubt an einen nachhaltig positiven Einfluss, den das Museum auf die Landeshauptstadt hat. „Der sensationelle Erfolg wird von Dauer und identitätsstiftend sein“, prophezeit er. Wichtig sei nun ein Konzept, um die Aufenthaltsqualität des Alten Marktes zu erhöhen. Dieser stadtbildprägende Platz war seit der Museumseröffnung Ende Januar regelmäßig zugeparkt, das Ordnungsamt verteilte zum Ärger der motorisierten Besucher zahlreiche Knöllchen. Erst seit Kurzem gibt dort einen Aufsteller mit Infos zu Parkmöglichkeiten. Derzeit arbeitet die Stadt mit Hochdruck an einem umfassenden Konzept für den Alten Markt.

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