Berlin : Neues Palais statt Checkpoint Charlie

Friedrich II. wird 300, das „Preußenjahr“ soll viele Touristen in die Schlösser und Gärten locken.

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Potsdam - Preußenkönig Friedrich II., begraben in Sanssouci, soll nun die Kassen klingeln lassen. Vom Jubiläumsjahr 2012 anlässlich seines 300. Geburtstages erhofft sich Brandenburg einen Rekordandrang von Touristen aus Deutschland und der Welt. Man erwarte einen „signifikanten Effekt“, sagte jedenfalls Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos), die am Donnerstag das Gesamtprogramm für das neue Preußen-Jahr mit rund 150 Veranstaltungen in Brandenburg und Berlin vorstellte.

„Friedrich ist ein Thema für ganz viele“, sagte Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Preußischen Schlösserstiftung , die mit einer großen Friedrich-Ausstellung im Neuen Palais (28. April bis 28. Oktober 2012) den Publikumsmagneten des Friedrich-Jahres liefert. Die Präsentation in 70 Sälen nimmt nach Worten Dorgerlohs die Widersprüchlichkeit und Ambivalenz des Monarchen auf – schon im Titel: „Friederisiko“. „Risiko“ sei schließlich ein Leitmotiv Friedrichs gewesen, „im Positiven wie im Negativen“. Man wolle Friedrich „weder auf einen Sockel stellen, noch einen Heldensturz“, es gehe um eine „aufklärerische Annäherung an eine europäische Persönlichkeit.“ Angesichts des nationalen und internationalen Interesses, auch der fortgeschrittenen Verhandlungen mit Reiseveranstaltern hofft Dorgerloh, dass „es neben der Documenta die zweite große Ausstellung sein wird, für die sich 2012 ein Besuch in Deutschland lohnt.“

Insgesamt würden in die Ausstellung, aber auch in die Restaurierung von Räumen und Gartenanlagen rund 6 Millionen Euro investiert. Ziel sei es, dass die Gäste „länger bleiben, in Potsdam übernachten, einen Besuch in Berlin anschließen“. Dorgerloh erwartet sogar, dass der Friedrich-Rummel am Ende auch Auswirkungen auf das Berliner Tourismusprofil haben wird, das sich mehr preußischen Attraktionen zuwenden könnte, „nicht mehr nur Checkpoint Charlie, sondern auch Charlottenburg“. Friedrich sei da ein guter Anlass. Und schließlich steht das Themenjahr, das über die Plattform „Kulturland Brandenburg“ mit Projekten, Ausstellungen und zahlreichen Kolloquien im ganzen Land begleitet wird, unter dem Friedrich-Motto: „Kommt zur Vernunft!“ Thorsten Metzner

Mehr Informationen unter

www.friedrich300.de

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