Neues Party-Konzept „Morning Gloryville“ : "Breakfast Raving" - Frühaufsteher feiern in Berlin

Mittwochmorgen um halb sieben schon was vor? Nein? Wie wäre es mit einem Rave in Friedrichshain? Auf dem RAW-Gelände steigt eine neue Party. Und gesund soll das Ganze auch noch sein.

von
Party als Frühsport: Am 03.12.2014 kommt "Morning Gloryville" nach Berlin.
Party als Frühsport: Am 03.12.2014 kommt "Morning Gloryville" nach Berlin.Foto: Morning Glorryville Promo

Draußen auf dem Weihnachtsmarkt in der „Neuen Heimat“ in Friedrichshain werden die letzten Lichterketten aufgehängt. Der Markt versprüht einen rustikal-morbiden Charme, passend zu den umliegenden Hallen auf dem ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerk an der Revaler Straße. Durch eine dieser Hallen flitzt auch Marta Cornellana. Zusammen mit dem Yoga-Lehrer Tom Barber will die 36-jährige Spanierin hier am Mittwoch mit rund 400 Gästen eine außergewöhnliche Party feiern. „Morning Gloryville“ heißt die Veranstaltung: Um 6.30 Uhr in der Früh geht es los, vier Stunden später ist alles schon wieder vorbei.

„Wir richten uns an Berufstätige, die nach dem Aufstehen nicht sofort zur Arbeit rennen wollen“, sagt Cornellana. „Wer zu uns kommt, soll positiv und mit viel Energie in den Tag starten.“ Viel Energie hat auch Marta Cornellana. Aufgeregt erzählt sie von ihren Plänen: „An der Bar werden frische Säfte und Bio-Kaffee serviert, es gibt Yoga-Kurse und Massagen.“ Und zu elektronischer Musik wird getanzt. „Conscious clubbing“ heißt das Konzept, „Bewusstes Feiern“ – ohne Alkohol und Drogen, Party als Frühsport.

RAW - Ort für Kreativität
Das einstige Reichsbahnareal in Friedrichshain beflügelt die Fantasie. Nach dem Mauerfall wurde es zum Subkultur-Zentrum, zuletzt waren hier Hunderte Wohnungen geplant. Doch nun könnte alles ganz anders kommen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 71Foto: Alice Epp
05.06.2014 15:03Das einstige Reichsbahnareal in Friedrichshain beflügelt die Fantasie. Nach dem Mauerfall wurde es zum Subkultur-Zentrum, zuletzt...

Lange hatten die beiden Neuberliner nach der richtigen Location gesucht. Denn die meisten Clubs haben keine Fenster, das ist in der „Neuen Heimat“ anders. „Die Halle ist perfekt. Wenn wir anfangen, wird es dunkel wie in einem Club sein und wenn dann die Sonne aufgeht, strahlt das Licht durch die Fenster und das Glasdach“, sagt Cornellana. „Für das Barpersonal sind die frühen Arbeitszeiten etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir haben auch einige Freiwillige.“ Viele kennen das Konzept bereits aus anderen Städten. „Breakfast Raving“ oder kurz „Breaving“ nennt man das häufig.

Sie haben den morgendlichen Rave nach Berlin gebracht: Marta Cornellana und Tom Barber.
Sie haben den morgendlichen Rave nach Berlin gebracht: Marta Cornellana und Tom Barber.Foto: Nikolas Kappe

Das Konzept von „Morning Gloryville“ stammt ursprünglich aus London und hat sich schnell über die ganze Welt verbreitet: In England, Australien, Indien, Serbien und den USA haben sich die morgendlichen Rave-Partys längst etabliert. „Wenn alles klappt, wollen wir zukünftig auch in Berlin einmal im Monat feiern“, sagt Cornellana. Nur bei einer Sache hat sie noch etwas Bedenken: „Wir haben gehört, dass die Berliner etwas länger schlafen und später zur Arbeit gehen als andere, hoffentlich ist 6.30 Uhr nicht doch etwas zu früh.”

Morning Gloryville, Mittwoch, 6.30 Uhr, Neue Heimat, Revaler Straße 99, Friedrichshain, Online-Tickets 10 Euro, an der Kasse: 15 Euro. Tel.: 01 76 86 18 81 55

Autor

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben