Berlin : Neues Sprachzentrum in Mitte: Förderung auch für Deutsche

Die wichtigste Botschaft bei der gestrigen Eröffnung des „Sprachförderzentrums Mitte“ in der Moabiter Turmstraße hatte Bezirksstadträtin Petra Schrader: In einem Bezirk wie Mitte, wo 52 Prozent der Kinder in Hartz-IV-Familien aufwachsen, betreffe das Problem des Spracherwerbs längst nicht nur die 25 Prozent ausländischen Kinder sowie die 50 Prozent Deutschen mit Migrationshintergrund. Was viele oft übersähen: Von den Kindern, die einer intensiven Sprachförderung bedürften, sei jedes zehnte deutscher Herkunft.

Als hastige Reaktion auf die aktuelle Integrationsdebatte wollte die Integrationsbeauftragte des Bezirks und Leiterin des Zentrums, Maryam Stibenz, das mit 100 000 Euro angeschobene und in Berlin bisher einzigartige Projekt dann auch nicht begriffen wissen. Vielmehr betonte sie, dass in dem Zentrum bestehende Förderungsprogramme durch ressortübergreifende Zusammenarbeit systematisiert und dadurch optimiert werden sollten. Der Plan: Die Fachzuständigen für Sprachkompetenzerwerb der verschiedenen städtischen Einrichtungen werden in einem Gremium zusammengefasst. Dieses evaluiert und vernetzt einzelne Angebote und versucht, sie bedarfsgerecht zu steuern. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei nach wie vor auf der Sprachförderung im vorschulischen Bereich liegen. Das Zentrum selbst bietet Räume für Kurse für Erzieher, Lehrer und Eltern.

Als Schirmherr konnten die Organisatoren Klaus Wowereit gewinnen, der bei der Eröffnung gegen Thilo Sarrazin stichelte: „Die Idee ist mitnichten erst nach Veröffentlichung eines Buches entstanden – was beweist, dass hier niemand irgendwas verschlafen hat.“jos

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