Berlin : Neues von Joop und Lagerfeld

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So richtig viele berühmte Designer hat Deutschland ja nicht zu bieten – genau genommen drei. Da ist es doch ein toller Zufall, dass zwei von ihnen, nämlich Wolfgang Joop und Karl Lagerfeld, fast gleichzeitig in Berlin und Umgebung neue Läden eröffnen. Die Konzepte könnten allerdings unterschiedlicher nicht sein: Der alte Zampano Karl Lagerfeld möchte mit seinem ersten eigenen Shop in Deutschland vor allem Geld verdienen. Die Marke „Karl by Karl Lagerfeld“ bietet Alltagstaugliches zu ebensolchen Preisen. In der Neuen Schönhauser Straße soll während der Fashion Week Anfang Juli gefeiert werden, wahrscheinlich ohne Karl – der muss zu diesem Zeitpunkt für Chanel in Paris die Haute Couture über den Laufsteg bringen.

So lange wollte Wolfgang Joop nicht warten, er lädt schon an diesem Wochenende nach Potsdam in die von Reinhold Persius gebaute Villa Bier. Hier soll nicht nur verkauft, sondern vor allem ausgestellt werden. Joop, der mit zunehmendem Alter immer mehr zwischen Mode und Kunst hin- und hergerissen ist, nennt seinen Laden dann auch lieber abstrakt „Wunderkind Archiv“. Joop erfüllt sich damit einen Traum, den er seit der Gründung seines Labels „Wunderkind“ in Potsdam hat: ein eigenes Modehaus in der Heimatstadt, in die er nach dem Mauerfall wieder zurückgekehrt war. Ab Montag, dem 17. Juni, können dann alle Besucher seine Entwürfe, die nur wenige hundert Luftmeter weiter am Heiligen See entstehen, kaufen. Auf 200 Quadratmetern Verkaufsfläche werden auch Stücke aus alten Kollektionen zu sehen sein. Es handele sich um aufwendig gearbeitete Haute-Couture-Einzelstücke – „spektakuläre Teile“, sagt Edwin Lemberg, Joops Geschäfts- und Lebenspartner. Das neue „Wunderkind Archiv“ soll wöchentlich thematisch verändert und umdekoriert werden. gth/jaha

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