Neues Zuhause : Affenzirkus im Tierheim

Das Berliner Tierheim hat 23 Primaten übernommen. Sie stammen aus Laboren oder von Schmugglern.

Annette Kögel

Im Tierheim Berlin leben jetzt 23 Affen, die vornehmlich in Versuchslaboren gehalten oder vom Zoll als Schmuggelware beschlagnahmt wurden. „Wir haben dafür die Hundezwinger in der Tierarztpraxis umgebaut“, sagt Tierheim-Sprecher Marcel Gäding. Die Rhesus- und Hut affen sowie Meerkatzen übernahm das Tierheim nach Hinweisen des Berliner Tierschutzbeauftragten Klaus Lüdcke und des Deutschen Tierschutzbundes: Diese hatten beklagt, dass die bisherige Affenpflegerin Ilse Geue aus dem brandenburgischen Zepernick, bei der Tierversuchsgegner und Behörden die Affen seit vielen Jahren abgaben, inzwischen wegen ihres Alters mit der Haltung überfordert sei.

Die Affen sind bereits Anfang Dezember ins Tierheim gebracht worden. „Wir haben zuerst versucht, eine andere Unterkunft auch im Ausland für die Tiere zu finden, aber leider vergeblich.“ So wurden wiederum einige Hunde an andere Tierheime abgegeben – und Schaukeln, Sitzbretter und Kletterstangen in dem früheren Zwingern ins talliert. 25 000 Euro hat das Tierheim zunächst investiert, „jetzt hoffen wir dringend auf Spender“, sagt Gäding. Und auf Paten für die Affen, schon wegen der Futterkosten. Diese sollen „ihr Tier“ dann ausnahmsweise auch zu Gesicht bekommen – denn die Besucher sollen die Affen vorerst nicht sehen. „Das ist ja nicht in erster Linie unser Auftrag, wir sind kein Zoo“, sagte Gäding. Zu den neuen Schützlingen gehört etwa Pepe, ein kräftiger Rhesusaffe, an ihm wurden früher Tierversuche unternommen. Oder die Grüne Meerkatze Pascal, die einst im Hamburger Hafen auf einem Hochseeschiff aufgegriffen wurde.

Die Tiere sind zumeist in Zweiergruppen untergebracht, nur zwei durch menschliche Eingriffe besonders gequälte Tiere sind so verhaltensgestört, dass sie nur allein leben können. „Deshalb ist eine Auswilderung oder Unterbringung im Zoo nicht möglich“, sagt Gäding. Es wurden extra Affenpfleger neu beschäftigt, Frau Geue betreut die Tiere weiter mit. Künftig sollen einige Affen im neuen Exotenhaus untergebracht werden. Schon jetzt können sie auch durch Klappen ins Freie, um herumzuklettern.

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