Neujahr : Kirmes-Niveau und Wowereits Wohnhausbrand

In der Hauptstadt haben Millionen Menschen weitgehend friedlich ins neue Jahr gefeiert. Bei Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor gab es keine größeren Zwischenfälle. Am Wohnhaus von Klaus Wowereit brach ein Feuer aus.

Berlin - "Wir hatten zwar viel zu tun. Es blieb aber alles auf Kirmes-Niveau", sagte ein Polizeisprecher. Das Deutsche Rote Kreuz half auf der Festmeile nach eigenen Angaben mehr als 400 Mal, meist wegen Trunkenheit, Schwächeanfällen oder leichten Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Für 70 Besucher endete die Feier im Krankenhaus. Die Berliner Feuerwehr war mehr gefordert als im Vorjahr.

Am Sonntag hatten sich zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule Hunderttausende bei einem Show- und Musikprogramm seit dem frühen Abend auf den Jahreswechsel eingestimmt. Der Veranstalter schätzte sogar 1,2 Millionen Menschen. Nach einem weitgehend regenfreien Abend mit milden Temperaturen setzte nach Mitternacht kräftiger Regen ein, so dass sich das Gedränge auf der Festmeile nach dem 20.000 Euro teuren Feuerwerk mit etwa 1000 Raketen zügig lichtete. Was das Fest insgesamt kostete, sagte der Veranstalter bisher nicht.

Musikalischer Gruß

Wegen orkanartiger Sturmböen hatte das Fest unter dem Motto "Welcome 2007" später begonnen. In der Nacht zum Sonntag waren aus Sicherheitsgründen Teile der Bühnen abgebaut worden, die wieder montiert werden mussten. Den Abschluss bildeten die Auftritte der bulgarischen Rocksängerin Roberta und der rumänischen Band Sistem. Sie sollten ein musikalischer Gruß an die neuen EU-Mitglieder sein.

Die Berliner Feuerwehr hatte in der Silvesternacht mehr zu tun als sonst. Zwischen 19 und 5 Uhr habe es im Stadtgebiet 1774 Einsätze gegeben, im Vorjahr waren es 472 Notrufe weniger. 632 Mal brannte es; alle Feuer konnten schnell gelöscht werden. Meist wurden Feuerwerkskörper Mülltonnen oder Büsche in Brand gesetzt. In 1104 Fällen half die Feuerwehr Menschen in Notlagen. Nähere Angaben über die Art der Notfälle machte der Sprecher nicht.

Silvesterrakete setzt Dachstuhl in Brand

Eine Silvesterrakete löste am Wohnhaus des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) ein Feuer aus. Das Geschoss habe den Dachstuhl des Seitenflügels in Brand gesetzt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Wowereit wohnt im Vorderflügel. Die Flammen konnten schnell gelöscht werden. In Berlin-Neukölln brannte der Keller eines Wohnhauses. Sechs Menschen, darunter vier Kinder, erlitten eine Rauchvergiftung. Am Gesundbrunnen setzte vermutlich ein Feuerwerkskörper die Verkleidung eines Balkons in Brand.

Gegen 4 Uhr begannen auf Berlins Straßen die Aufräumarbeiten. Auf der Festmeile fiel "deutlich weniger Müll an als im vergangenen Jahr", sagte André Kind von der Reinigungsfirma Ruwe. Außerhalb der zwei Kilometer langen Strecke schätzte die Stadtreinigung (BSR) "ähnlich viel Müll wie 2006". Damals gab es knapp 200 Tonnen Unrat. 420 BSR-Mitarbeiter und 200 Reinigungsfahrzeuge waren im Einsatz. Die Reinigung der Straßen werde Tage dauern, sagte ein Sprecher. (tso/dpa)

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