Berlin : Neukölln: BSR baut riesige Sortieranlage Müll soll an der Gradestraße

gesiebt und getrennt werden

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Trommeln, Magnetfilter und riesige Siebe: Mit solchen Gerätschaften will die Berliner Stadtreinigung (BSR) spätestens ab 2004 an ihrer jetzigen Umladestation in der Gradestraße in Neukölln alljährlich rund 350 000 Tonnen Hausmüll sortieren. Der Abfall soll dabei nach zwei Kategorien getrennt werden – in so genannten hoch und niederkalorischen Müll.

Papier, Holz und andere Abfälle, die gut brennen und dabei viel Wärme abgeben, gehören zum hochkalorischen Müll. Sie sollen dann in einem zweiten Schritt von der Gradestraße zu einer Müllverbrennungsanlage gebracht werden. Welche dafür in Frage kommt, stehe noch nicht fest, sagte der Senator für Umweltschutz und Stadtplanung, Peter Strieder (SPD) , gestern auf einer Informationsveranstaltung der BSR im Neuköllner Rathaus. Der Senat werde den anfallenden hochkalorischen Müll ausschreiben. Die BSR könne sich mit ihrer Verbrennungsanlage in Ruhleben ebenso darum bewerben wie auswärtige Betreiber entsprechender Anlagen.

Keinesfalls werde der hochkalorische Müll aber in dem geplanten Bioheizkraftwerk an der Rudower Kanalstraße verbrannt, versicherte Strieder. Diese Anlage sei für eine solche Nutzung gar nicht zugelassen. Strieder reagierte damit auf Befürchtungen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Wie berichtet, will eine Tochtergesellschaft der REW von 2004 an mit dem Biokraftwerk Strom erzeugen und zugleich mit dessen Abwärme rund 20 000 Wohnungen der Gropiusstadt heizen. Als Brennstoff soll Abfallholz dienen. Ihr Kraftwerk sei umweltfreundlicher als die Heizkraftwerke der Bewag, hatten die künftigen Betreiber immer wieder betont.

Allerdings wurde inzwischen bekannt, dass möglicherweise viel zu wenig Altholz zum Betrieb einer solchen großen Anlage zur Verfügung steht. Vor allem deshalb fürchten nun Kritiker, man werde an der Rudower Kanalstraße nach alternativen Brennstoffen suchen und sich dabei auch um den hochkalorischen BSR-Müll bewerben.

Berlin erzeugt pro Jahr 1,1 Millionen Tonnen Müll. Durch Verwertung soll diese Menge auf 970 000 Tonnen reduziert werden. Davon will der Senat wie berichtet gut 520 000 Tonnen in der BSR-Anlage in Ruhleben verbrennen, weitere 100 000 Tonnen zur Verbrennung europaweit ausschreiben und den Rest von 350 000 Tonnen zur künftigen Sortieranlage an die Gradestraße bringen. Ihr Bau soll 26 Millionen Euro kosten. Der ausgesiebte niederkalorische, also schlecht brennbare Müll, soll laut Umweltsenator nach Schöneiche gebracht und in Biogas verwandelt werden. Eine entsprechende Anlage ist dort geplant. CS

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