Berlin : Neukölln: Neues Konzept und alte Sorgen

ensa

Rund 500 Künstler, 200 Veranstaltungen und 50 Spielstätten - diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, was die Besucher des diesjährigen Kultur-Spektakels "48 Stunden Neukölln" erwartet. "Vom 6. bis 8. Juli", so Bernd Krebs, Vorsitzender des veranstaltenden Kulturnetzwerks, "zeigen wir in verdichteter Form, was der Bezirk kulturell zu bieten hat."

Erstmals nehmen jedoch auch Künstler und Institutionen anderer Bezirke an dem Fest teil: die Hochschule der Künste präsentiert sich mit ihrem Opernprojekt "Argenore" und die Rollende Road Schau der Volksbühne besucht den Bezirk mit vier Container-Bühnen nebst dem Motto "Raus aus dem Themenpark Mitte - rein in die Pampa". Neu am im Konzept des zum dritten Mal veranstalteten Festivals ist auch, dass es in diesem Jahr kein Straßenfest auf der Karl-Marx-Straße geben wird, um den Schwerpunkt auf die Kultur zu ermöglichen. "Es hat bislang einfach nicht geklappt", bemängelt Krebs, "diese beiden Bereiche miteinander zu verbinden." Zu einer tragenden Säule von "48 Stunden Neukölln" hat sich hingegen das vom interkulturellen Arbeitskreis der Evangelischen Kirche initiierte "Kiez International" gemausert, das auf dem Richardplatz seinen 20. Geburtstag feiern und erneut das Tanzfestival "Bewegte Welten" präsentieren wird.

Ebenso altbekannt waren auch diesmal wieder die Finanzierungssorgen, die der Veranstaltung voraus gingen. Mit vereinten Kräften gelang es dennoch, sie ohne Lottomittel oder eine Förderung aus dem Hauptstadtkulturfonds auf die Beine zu stellen. "Im parteiübergreifenden Konsens", betont Bezirksstadtrat Wolfgang Schimmang, "bewilligte die BVV 30 000 Mark Sondermittel, um die belebende Wirkung der Kultur zu unterstützen." Insgesamt flossen rund 150 000 Mark in die Kasse der Organisatoren, die auch in diesem Jahr wieder auf eine viertel Million Besucher hoffen. Denen wird zwischen Hobrechtstraße und Bat-Yam-Platz ein wahrlich breites Spektrum aus Tanz, Kunst, Musik und Film geboten.

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