Neukölln : Wachleute patrouillieren vor Schulen

An 13 Neuköllner Schulen sollen vom Montag an Wachschützer die Sicherheit garantieren. Das Projekt bleibt umstritten.

Wachschutz
Auf Nummer sicher. An 13 Neuköllner Schulen wird ein Wachscutz eingeführt. -Foto: ddp

Ein „Probelauf“ mit zwei Sicherheitsleuten am Freitag sei absolviert, sagte der Neuköllner Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang am Sonnabend. Der Vertrag mit dem Wachschutzunternehmen „Germania“ laufe zunächst bis Mitte Juli 2008.

Der Einsatz von Wachschützern an Schulen ist politisch heftig umstritten. Das Neuköllner Bezirksamt reagiert mit dem bundesweit einmaligen Projekt auf 56 Gewaltvorfälle in den letzten beiden Schuljahren, wie Schimmang sagte. Der Stadtrat hatte zunächst allen Neuköllner Schulen den Einsatz von Wachschützern vorgeschlagen. 13 Schulen, drei davon Grundschulen, sprachen sich dafür aus. Der Bezirk hatte zunächst das Wachschutzunternehmen Dussmann beauftragt. Doch dessen Leitung kündigte den Auftrag überraschend im Oktober. Danach bekam „Germania“ den Zuschlag. Das Unternehmen bewache zum Beispiel auch Arbeitsagenturen und die Niederlassungen eines großen Automobilunternehmens, so der Stadtrat.

Laut Schimmang sollen die Sicherheitsleute vor allem den Zugang zu den Schulen überwachen. Mehrfach waren schulfremde Personen auf die Schulhöfe gelangt und hatten dort Schüler bedrängt, immer wieder kam es auch zu Gewaltvorfällen, einmal wurde ein Lehrer so schwer verletzt, dass er ärztlich behandelt werden musste.

Die Sicherheitsleute sollen jeweils zu zweit vom frühen Morgen an den Zugang zum Schulgelände kontrollieren. Die Wachschutzfirma entsende „erfahrene Leute“, so Schimmang. Ihr Personal sei „multiethnisch gemischt“, es seien auch Frauen dabei. Die Schulwachleute hätten ein Deeskalationstraining absolviert. Sie würden in dunkelblauer Kleidung auftreten, so Schimmang. Mit paramilitärischer Ausstattung habe das nichts zu tun – die Sicherheitsleute sollten viel mehr „Teil der Schulgemeinschaft“ werden.

Schimmang verwahrte sich auch gegen den Vorwurf von Parteifreunden, er habe nicht genug dafür getan, dass Schulen im Bezirk Kooperationsverträge mit der Polizei abschließen. Die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und den Schulen sei seit Jahren gut, aber bislang wenig formalisiert gewesen, so Schimmang. Auf der Grundlage guter Beziehungen hätten am Freitag 29 Schulen ihre Zusammenarbeit mit der Polizei formalisiert und Kooperationsverträge abgeschlossen. Bis zum Jahresende sollten 52 solcher Verträge geschlossen werden. Damit hätte Neukölln mehr Kooperationen mit der Polizei beschlossen als alle anderen Bezirke, erklärte Schimmang. wvb.

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