• "Neuköllner Schwimmbär"-Projekt im Kombibad Gropiusstadt: Grundschüler aus Neukölln sollen schwimmen lernen

"Neuköllner Schwimmbär"-Projekt im Kombibad Gropiusstadt : Grundschüler aus Neukölln sollen schwimmen lernen

Im Bezirk Neukölln gibt es zu viele Nichtschwimmer, auch nach einem Jahr Schwimmunterricht in der dritten Klasse. Um dem entgegen zu wirken, sollen sich jetzt schon Zweitklässler mit dem nassen Element vertraut machen - und echte "Neuköllner Schwimmbären" werden.

Raja Kraus
Wasserspaß für Anfänger: Im Kombibad in Gropiusstadt startet ein Pilotprojekt für Wasserratten, damit Neuköllner Grundschüler endlich schwimmen lernen.
Wasserspaß für Anfänger: Im Kombibad in Gropiusstadt startet ein Pilotprojekt für Wasserratten, damit Neuköllner Grundschüler...Foto: dpa

Platsch – nach nur eineinhalb Kurstagen springen jetzt schon manche Schüler der Sonnen- und Richard-Schule ins Wasser im Kombibad Gropiusstadt. Wer möchte, wird von den Betreuern an die Hand genommen. Andere machen heute sogar schon das Seepferdchen – „obwohl wir es nicht so geplant hatten“, sagt Daniela von Hoerschelmann stolz; sie ist Trainerin der Schwimm-Gemeinschaft Neukölln.

Nichtschwimmerrekord in Neukölln

„Als letztes Jahr ein neunjähriges Mädchen ertrunken ist, dachte ich, das muss uns einfach wachrütteln“, erklärt die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) die Idee zu dem „Neuköllner Schwimmbär“-Projekt. Die Schüler des Bezirks schwimmen im Berliner Vergleich am schlechtesten – die Nichtschwimmerrate nach dem regulären Schwimmunterricht in der dritten Klasse beträgt rund 40 Prozent. In Nord-Neukölln liegt sie sogar bei 70 bis 80 Prozent. Das soll sich jetzt ändern. In dreitägigen Gewöhnungskursen sollen nun schon Zweitklässler Spaß am Wasser bekommen.

Denn für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie die Gelegenheit zum Planschen haben. Das liege vor allem an der sozialen Situation vielerorts, sagt Giffey: „Viele Familien sind damit überfordert, ihre Kinder früh genug mit dem Wasser vertraut zu machen.“ Hinzu käme, dass Schwimmen unter Muslimen häufig nicht eine so große Rolle spiele.

Die Kinder sollen Spaß haben

Vier Trainer kümmern sich um 25 Kinder. Vor allem gehe es darum, den Kindern ihre Ängste zu nehmen. Bei der siebenjährigen Fatme hat das geklappt: „Ich kann immer noch nicht schwimmen, aber es macht Spaß!“, ruft sie auf dem Weg zur Wasserrutsche. „Die Begeisterung der Kinder soll sich am besten auch auf die Eltern, die oft selbst nicht schwimmen können, übertragen“, sagt Giffey. In den kommenden sechs Wochen nehmen fast 600 Schüler verschiedener Neuköllner Grundschulen an der Initiative teil. Und dabei soll es nicht bleiben: Pro Jahrgang warten rund 2500 Schüler im Bezirk darauf, schwimmen zu lernen.

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