Berlin : Neustart im Prozess gegen Tresor-Chef

Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo Rückeis

Alles auf Anfang. Dimitri Hegemann, 57, saß wie im ersten Prozessanlauf zwischen seinen Verteidigern und schwieg zu juristischen Dingen. Allerdings gab der Mann, der durch Technomusik berühmt wurde, zu bedenken: „Ich bin kein Zahlenmensch.“ Für ihn, den Kunstschaffenden, sei es stets darum gegangen, „Visionen zu realisieren“. Vor dem Amtsgericht geht es seit Dienstag um die Abgabenordnung. Er soll gemeinsam mit zwei damaligen Geschäftspartnern dagegen verstoßen und Steuern verkürzt sowie Löhne schwarz gezahlt haben.

Sein Club Tresor im ehemaligen Heizkraftwerk an der Köpenicker Straße in Mitte hatte gerade das 20-jährige Jubiläum hinter sich, als Hegemann im Mai erstmals vor dem Richter saß. Nur ein Tag war für die Verhandlung anberaumt. Das reichte vorn und hinten nicht. Es geht um das Weltrestaurant Markthalle in Kreuzberg. Hegemann soll zu den drei Betreibern gehört haben, die dem Finanzamt für die Jahre 2002 bis 2004 falsche Zahlen gemeldet hätten. Die Anklage geht von mehr als 200 000 Euro aus, die hinterzogen wurden.

Der Tresor-Chef wehrte sich über seine Anwälte. Die Vorwürfe bestreite ihr Mandant, teilten sie mit. Hegemann sei nicht in die Geschäftsführung involviert gewesen. Er habe auch nichts von Schwarzgeschäften gewusst. Hegemann sagte, er sei „künstlerisch kompetent“. Das Kaufmännische habe er anderen überlassen und sich darauf verlassen. Die Markthalle sei für ihn nur eines von vielen Projekten gewesen. Der Prozess wird den Musikwissenschaftler noch eine Weile beschäftigen. Bislang ist er bis zum 10. Januar terminiert. K.G.

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