Berlin : New York direkt: Versprochen und sofort gebrochen Dafür wird der Weg zum

Flughafen Schönefeld überdacht

Klaus Kurpjuweit

Zu früh gefreut. Gestern früh verkündete die Flughafengesellschaft noch, vom nächsten Sommer an werde es einen Direktflug von Schönefeld nach New York geben – mit einer Zwischenlandung in Reykjavik auf Island, bei der die Passagiere im Flugzeug sitzen bleiben können. Am Nachmittag war dann alles anders. Die isländische Icelandair fliegt zwar zweimal in der Woche nach Keflavik auf Island. Wer weiter nach New York will, muss dort umsteigen und 60 Minuten auf den Anschluss warten. Wie es zu den falschen Angaben kam, ließ sich zunächst nicht klären. Es bleibt aber dabei, dass die irische Aer Lingus im Sommer erstmals von Schönefeld aus nach Dublin startet. Unabhängig davon soll Schönefeld für rund neun Millionen Euro kundenfreundlicher werden. Unter anderem wird der 300 Meter lange Weg von Bahnhof zum Terminal überdacht; auch der Bahnhof werde erneuert, so Flughafenchef Dieter Johannsen-Roth.

Schönefeld wird nach den Prognosen im nächsten Jahr zu dem Flughafen mit dem größten Wachstum in Deutschland. Die Zahl der Passagiere soll um 40 Prozent auf dann 3,3 Millionen steigen. Allein 1,7 Millionen Fluggäste werden mit so genannten Low-Cost-Gesellschaften fliegen, die die Bezeichnung „Billigflieger“ nicht mögen.

Hauptkunde wird dann Easyjet aus England sein. Elf Ziele werden die Briten vom Sommer an ab Schönefeld anbieten; sie erhalten dafür einen eigenen Terminalbereich, den sie von der Flughafengesellschaft mieten. Am Anfang unterstütze der Flughafen die neu nach Schönefeld kommenden Gesellschaften vor allem bei der Werbung, sagte Johannsen-Roth weiter. Zusätzliche Vergünstigungen bei den Gebühren gebe es dagegen nicht.

Johannsen-Roth will mit Schönefeld noch vor der geplanten Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) im Jahr 2010 Gewinn einfliegen. Derzeit macht er noch 33 Millionen Euro Verlust. Größter Verlustbringer ist in der Bilanz 2003 Tempelhof mit einem Minus in Höhe von 45 Millionen Euro in diesem Jahr, weil die Flughafengesellschaft für die Schließung bereits Rückstellungen in Höhe von insgesamt 42 Millionen Euro bildet. Der Betriebsverlust liegt bei 13,6 Millionen Euro. Ende 2004 soll der Flugbetrieb in Tempelhof aufgegeben werden. Tegel dagegen steuert einen Gewinn in Höhe von 45 Millionen Euro bei.

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