Berlin : New Yorker Schüler sind Mitte Februar zu Gast in Berlin

Sabrina Born

Die Brücke New York - Berlin steht. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte als konkretes Zeichen der Solidarität bei seinem Besuch in New York am 9. Oktober am "Ground Zero" tausend New Yorker Jugendliche zu einer Deutschland-Rundreise eingeladen. Nur vier Monate später ist es soweit: Vom 15. bis 24. Februar besuchen die ersten 25 Schüler Berlin. Die zweite Gruppe mit amerikanischen Schülern kommt vom 26. März bis 8. April. Im Sommer 2002 sollen die nächsten folgen.

Insgesamt rechnen die Organisatoren für die Aktion mit einem Zeitraum von anderthalb Jahren. "Jede Reise dauert für sich neun Tage und bietet Höhepunkte in Berlin, München und Stuttgart", sagt Matthias Kleinert. Er ist der Vorsitzende des vor kurzem von DaimlerChrysler gegründeten Vereins "Brücke New York - Berlin". Die Reise soll vor allem Kindern von Attentatsopfern die Möglichkeit zum Tapetenwechsel geben. Außerdem soll durch die Aktion ein Anreiz geschaffen werden, die Flugverbindungen zwischen den beiden Metropolen aufrecht zu erhalten. Die Bundesregierung will die Flugkosten übernehmen; Unternehmen, wie DaimlerChrysler, Telekom und die Deutsche Bahn AG wollen die übrigen Kosten bezahlen.

Bereits in den nächsten Tagen trifft eine fünfköpfige Vorausdelegation von Lehrern und Betreuern der New Yorker Schulbehörde in Berlin ein. Ziel der Delegation sei es, einen ersten Eindruck über die geplanten Aktivitäten zu gewinnen, sagt Matthias Kleinert. In Berlin sollen die Jugendlichen Gelegenheit zu einem Besuch des Jüdischen Museums, der Museumsinsel und eine Begehung des Reichstags an einem Sonntag erhalten." Als Vorsitzender des Vereins "Brücke New York - Berlin" mit Sitz in Stuttgart organisiert Kleinert das Projekt.

Er ist selbst überrascht, wie viele Familien und Organisationen spontan ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Jugendlichen erklärt haben. Wegen des engen Zeitplans sollen aber die Aufenthalte in Berliner Gastfamilien erst ab März beginnen.

Auf dem Programm werden aber nicht nur klassische Touristenattraktionen stehen. Um gerade nach dem 11. September die Brücke zwischen Christen und Muslimen zu stärken, ist bei der Hauptstadt-Visite der jungen New Yorker der Besuch bei einer muslimischen Kultureinrichtung in Kreuzberg vorgesehen. "Wir möchten den Jugendlichen den Bezirk Kreuzberg als größte türkische Stadt neben Istanbul zeigen", sagt Kleinert, der zugleich die Abteilung Politik und Außenbeziehungen bei DaimlerChrysler in Stuttgart leitet. "Gerade Themen wie Völkerverständigung, Toleranz und Dialog der Kulturen" seien Schwerpunkte des Programms.

Zum Abschluss der Schüler-Reise in Berlin sind Empfänge im Auswärtigen Amt und Bundeskanzleramt geplant. Danach ziehen die Schülergruppen weiter nach München und Stuttgart. Dort wird neben dem Besuch des Deutschen Museums und anderen klassischen Kultureinrichtungen voraussichtlich der Spaß rund ums Leder die Hauptrolle spielen. Geplant sind Einblicke ins landestypische Vereinsleben wie beim VfB Stuttgart.

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