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Newsblog: Terror in Brüssel und die Folgen in Berlin : Kondolenzbücher in der Botschaft und in Kirchen

Berlin am Tag nach den Anschlägen in Belgien: Fahnen auf Halbmast, gestrichene Flüge und Vorbereitungen aufs Länderspiel. Lesen Sie hier die Entwicklungen im Newsblog.

von , , und Julia Bernewasser
Die Deutschlandfahne weht am Mittwoch vor dem Kanzleramt auf Halbmast als Zeichen der Trauer um die Opfer der Brüssler Anschläge. Foto: Paul Zinken/dpa
Die Deutschlandfahne weht am Mittwoch vor dem Kanzleramt auf Halbmast als Zeichen der Trauer um die Opfer der Brüssler Anschläge.Foto: Paul Zinken/dpa

Die Terroranschläge von Brüssel wirken sich auch auf Berlin aus. In unserem Newsblog halten wir Sie auf dem Laufenden.

+++ Keine Polizei am Checkpoint Charlie

Am Checkpoint Charlie, im Februar als Berliner Anschlagsziel genannt, ist keinerlei Polizei zu sehen. Die Hütchenspieler können ungestört Touristen betrügen. Auch am Hauptbahnhof patrouillieren am Vormittag keine Polizeistreifen. Die Beamten der Bundespolizei stehen hinter ihrer Wache und rauchen.

+++ Trauerbeflaggung an öffentlichen Behörden. Vor den Berliner Senats- und Bezirksverwaltungen wehen die Fahnen heute auf Halbmast. Das hat Innensenator Frank Henkel angeordnet. Auch auf dem Reichstag wehen die deutschen und die Europa-Flagge auf halbmast. Nicht jedoch die "Flagge der Einheit" vor dem Gebäude.

+++ Trauer in den Kirchen

Auch in den Gotteshäusern wird der Opfer der Brüsseler Terroranschläge gedacht. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Breitscheidplatz hat ein Kondolenzbuch mit Gedenkkerze und einer Fürbitte für die Opfer des Anschlags aufgestellt, ebenso wie die St. Marienkirche am Alexanderplatz. Am morgigen Gründonnerstag soll während des Tischabendmahls der Opfer gedacht.

In katholischen Kirchen liegen bislang noch keine Kondolenzbücher aus. Der katholische Erzbischof Heiner Koch sagte aber, in der Karwoche werde besonders für die Opfer der Gewalt und ihre Angehörigen gebetet. Er schickte auch ein Kondolenzschreiben an seinen Amtsbruder in Brüssel sowie an seinen quasi-Nachbar, den belgischen Botschafter – die Botschaft in der Jägerstraße liegt direkt neben dem Sitz des Bistums in der Niederwallstraße. Am Dienstagabend ging der Chor der St.Hedwigs-Kathedrale nach der Probe für die anstehenden Ostergottesdienste noch  spontan bei der Botschaft vorbei und sang ein Kyrie.

Die Potsdamer Nagelkreuzkapelle am Standort der früheren Garnisonkirche kurzfristig ein Friedensgebet organisiert, berichten die Potsdamer Neuesten Nachrichten. Es findet am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr statt. Dort soll auch für die Opfer des jüngsten Anschlags in der türkischen Hauptstadt Ankara gebetet werden. „Das Friedensgebet wird Raum geben, um gemeinsam innezuhalten, Kerzen anzuzünden und der Opfer zu gedenken“, teilte die Stiftung Garnisonkirche mit.

+++ Wie eine Belgierin in Berlin die Anschläge erlebte. Katia Verrelst lebt seit sieben Jahren in Berlin und ist Mitglied im Freundeskreis "Belgier in Berlin". Sie sagt: "Natürlich fahren wir über Ostern nach Belgien!" Christian Vooren hat mit ihr gesprochen.

+++ Trauerminute im Olympiastadion. Trotz der Anschläge reist Englands Fußball-Nationalmannschaft einem Medienbericht zufolge mit einem sicheren Gefühl nach Berlin. Die Verbandsspitze sei überzeugt, dass das Länderspiel gegen Deutschland am Sonnabend ausreichten. Fans der Mannschaft haben aber wohl spezielle Anweisungen erhalten. Ob es eine Schweigeminute vor dem Spiel geben soll, wird noch beraten. Lesen Sie auch: Zwischen Anschlag und Anstoß: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft sieht sich nach den Ereignissen von Brüssel wieder verstärkt mit dem Thema Sicherheit konfrontiert.

+++ Senatorin Dilek Kolat kondoliert. Wer seine Trauer bekunden will, kann das mit einem Eintrag ins Kondolenzbuch der belgischen Botschaft tun. Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, will die Botschaft heute um 11.30 Uhr besuchen und der Anschlagsopfer gedenken. Das Kondolenzbuch liegt im Vorraum der Belgischen Botschaft in Berlin an der Jägerstraße 52 in der Nähe des Gendarmenmarktes aus. Wer etwas verfassen möchte, kann das heute bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr und am morgigen Donnerstag ebenfalls von 10 bis 12 Uhr tun.

+++ Reisende reagierten gefasst. Wie lange die Flüge von Berlin aus nach Brüssel noch ausfallen werden, kann ein Flughafensprecher noch nicht mitteilen. Um 6.55 Uhr war am Dienstag die vorerst letzte Maschine von Tegel nach Brüssel gestartet. "Die Reisenden haben gestern sehr gefasst auf die Ausfälle reagiert. Niemand brauchte psychologische Unterstützung", sagt Sprecher Daniel Abbou. Flughafen-Mitarbeiter seien aber verstärkt mit Umbuchungen und Auskünften für Reisende beschäftigt gewesen.

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Weltweites Gedenken nach den Anschlägen in Brüssel
Weltweites Gedenken nach den Anschlägen in Brüssel

+++ Weiter kein Flugverkehr nach Brüssel. Von Berlin starten bis auf weiteres keine Maschinen nach Brüssel. Darauf weist die Flughafengesellschaft hin. Sie bittet alle Passagiere, sich rechtzeitig bei ihren Airlines zu informieren. Die Info-Nummer der Berliner Flughäfen lautet (030) 60911150.

+++ Blumen vor der Belgischen Botschaft. Am Dienstagabend haben immer mehr Berliner Blumen vor der Botschaft Belgiens niedergelegt. Auf den Stufen des Gebäudes wurden Kerzen entzündet, manche hinterließen persönliche Beileidsbekundungen. Das Brandenburger Tor erstrahlte am Abend in den Farben der Belgischen Fahne.

+++ Schmierereien bei Beatrix von Storch. War es die Reaktion auf Von Storchs Facebook-Post nach den Anschlägen? Zum wiederholten Mal ist das Büro der AfD-Landesvorsitzenden in Berlin beschmiert worden. Der Staatsschutz ermittelt. Von Storchs erste Reaktion nach den Anschlägen: „Viele Grüße aus Brüssel. Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen überall. Offenbar viele Tote am Flughafen und am Zentralbahnhof. Hat aber alles nix mit nix zu tun.“

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