Berlin : „Newtaste“: Iss Gutes und rede darüber

Kulinarische Veranstaltungsreihe startet mit aphrodisierendem Essen

Bernd Matthies

Lange nichts mehr gehört von der guten, alten Erlebnisgastronomie. Das mag aber auch daran liegen, dass sie ihren Namen geändert hat und nun unter fremdartigen Bezeichnungen wie „Newtaste“ firmiert – das ist der Name, den Jürgen Laarmann, Guru der Berliner Clubszene, einer neuen kulinarischen Veranstaltungsreihe verliehen hat. Es geht, logisch, um „Events“, denen ihr Erfinder sogar einen „infotainenden Ansatz“ zuschreibt: Beim Essen gibt es Informationen über das, was man isst, und das soll in der Regel nichts Geringeres als „Ultimate World Food“ sein, zum Beispiel das legendenumwobene japanische Kobe-Rindfleisch, das Laarmanns Kooperationspartner Franco Francucci im Rahmen eines Drei-Gänge-Menüs am 17.Juni im Café Schaubühne am Lehniner Platz reicht. Sashimi, Carpaccio, dann kurz angebratenes, innen noch rohes Roastbeef, begleitet von Asahi-Bier und Sake.

Nicht unbedingt infotainend ist der Ansatz, den eine zweite Newtaste-Linie verfolgt: Hier geht es um das Essen und die Liebe, und wie sie sich durch aphrodisierende Speisen zusammenführen lassen – ein beliebtes Spiel, das sich über Jahrtausende gegen jegliche wissenschaftliche Erkenntnisse behauptet hat; möglicherweise genügen ja allein die optischen Reize von, beispielsweise, Spargel und Bananen, für einen angemessenen Hormonstau. Also rankt sich das erste Menü am 8.Juni in der Sage-Cantina in der Brückenstraße, zubereitet von „Boogie-Boris“ (Pressetext) um Spargel grün und weiß, Stangenbohnen, Selleriepüree sowie weißen Trüffelschaum; die Anrichtung der „Weißen Mousse an Schokobällchen mit Himbeerspitzen“ lässt sich ahnen.

Das zweite anregende Mahl – am 24.Juni im „Café Schaubühne“ gibt sich noch etwas stärker themenbezogen mit Rezepturen wie den Perlhuhnschenkeln mit Feigen und Spargel, und die „Panna cotta 69“, bestehend aus Banane und weißen Puddings, mag dann zusätzlich enthemmende Wirkung entfalten, zumal beim gesamten Menü auf Esswerkzeuge verzichtet wird. Hardcore-Gourmets warten aber vermutlich dennoch bis zum 12.Juli, dem Tag der Love Parade, wenn das dritte Liebesmahl im dafür prädestinierten Kit-Kat-Club zelebriert wird.

Die Preise fürs Dabeisein liegen bei den ersten Veranstaltungen zwischen 49 („The Emperor’s Aphrodisiac“) und 85 Euro (Kobe Beef), Reservierungen sind unter der Rufnummer (0163) 2392222 möglich. Internet: www.newtaste.de .

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