Berlin : „Nicht alles astrein“

Ehemalige Polizisten unter Korruptionsverdacht

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Ein Bauunternehmer aus Bayern sahnte auf der einen Seite ordentlich ab, im Gegenzug verschönerte er gratis Häuser von Mitarbeitern der Polizeiverwaltung. Davon geht die Staatsanwaltschaft in Verfahren gegen drei frühere Bauleiter des Landespolizeiverwaltungsamtes aus. Von August 1995 bis Juni 2000 sollen sie in krumme Geschäfte mit dem heute 66jährigen Unternehmer verwickelt gewesen sein. Gestern saßen sie gemeinsam vor dem Landgericht.

Immer wieder sollen die damaligen Bauleiter falsche Abrechnungen der Firma von Wolfgang G., die Arbeiten für die Polizei ausführte, bewusst als „sachlich richtig“ bescheinigt haben. Insgesamt sollen dem Unternehmer dadurch rund 13 000 Arbeitsstunden bezahlt worden sein, die nicht erbracht wurden. Laut Anklage entstand dadurch ein Schaden von mehr als 400 000 Euro. Der Geschäftsmann soll sich mit Gratis-Arbeiten an den Häusern von zwei früheren Bauleitern bedankt haben.

Unternehmer G. gab zu, dass „nicht alles astrein“ gelaufen sei. Ein heute 72-jähriger Angeklagter gab zu, dass es zu „kleinen Gefälligkeiten“ an seinem Haus gekommen sei. Von dubiosen Abrechnungen aber wisse er nicht. Das Gericht hatte dagegen auf Geständnisse gehofft und keine Zeugen geladen. Nun soll der Prozess neu aufgerollt werden. K. G.

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