Berlin : Nicht alles auf eine Karte setzen

Bei Verlust von Plastikgeld ist Tempo alles – bis zu 4000 Euro können täglich abfließen

Zahlen bitte! Abhängig vom Urlaubsland sollten im Portemonnaie mehr Karten oder mehr Bares stecken. Nach Empfehlung des Bankenverbands gehört aber nicht mehr als ein Drittel des Reisebudgets bar ins Gepäck. Foto: dpa
Zahlen bitte! Abhängig vom Urlaubsland sollten im Portemonnaie mehr Karten oder mehr Bares stecken. Nach Empfehlung des...Foto: dpa-tmn

Der Euro hat das Zusammenstellen der Reisekasse für den Urlaub innerhalb von Europa leichter gemacht. Kreditkarten versprechen bequemes Zahlen ohne Bargeld auf der ganzen Welt. In vielen Urlaubsländern ist – zumindest in Städten – immer ein Geldautomat zu finden. Doch wer Gebühren sparen und eine sichere Geldversorgung will, kommt um Vorbereitungen nicht herum. Die wichtigste Regel dabei lautet: Eine Mischung aus Karten, Bargeld und Reiseschecks ist am besten.

Wenn die EC-Karte oder die Kreditkarte verschwunden sind, ist die Aufregung groß. Doch gerade dann sollten Bankkunden einen kühlen Kopf bewahren und die Karten umgehend sperren lassen. Denn sonst kann es unter Umständen teuer werden: Hat ein Dieb die Karte, kann er an einem Tag bis zu 4000 Euro abheben, wie eine Recherche der FMH-Finanzberatung ergab.

Kaum noch ein Geldbeutel in Deutschland ohne Maestro- oder Girocard beziehungsweise Kreditkarte: Heutzutage ist es selbstverständlich, dass größere Beträge per Karte bezahlt werden oder man sich am Automaten mit Bargeld versorgt. Umso schwerwiegender ist ein Verlust der Karten. In einem solchen Fall sollte man schnell reagieren und die Karte umgehend sperren lassen.

Fast alle Bankkunden können über den Sperr-Notruf ihre Kreditkarte oder EC-Karte sperren lassen. Die Nummer 116116 ist leicht zu merken, aber der Sperrvorgang erfordert einige Mindestangaben. Idealerweise sollten Bankkunden die achtstellige Bankleitzahl kennen. „Ganz wichtig ist bei EC- oder Maestrokarten die Kontonummer, denn ohne diese ist eine Sperrung nicht möglich“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Anders sieht es bei Kreditkarten aus: Niemand muss sich die 16-stellige Nummer merken oder notieren, denn bei einem Anruf wird der Bankkunde an die entsprechende Kartenfirma verbunden und die Mitarbeiter der Kreditkarten können die Karte auch dann sperren, wenn sie die Adresse erfahren.

Doch nicht jeder hat seine Kontonummer oder Bankleitzahl im Kopf. „Wer ein Handy besitzt, kann dort die Telefonnummern speichern, unter denen die Karte gesperrt werden kann“, rät Herbst. Sinnvoll sei es zudem, die Kontonummern und Bankleitzahlen im Handy zu vermerken. Am besten hinterlegt der Partner auf seinem Handy die Infos ebenfalls. Denn oft genug kommt mit der Geldbörse das Handy abhanden, etwa wenn die Handtasche gestohlen wird.

Die PINs der Karten sollten allerdings nie auf dem Handy gespeichert werden. Denn wird ein Telefon mit diesen Daten gestohlen, kann das Geldinstitut dem Bankkunden Fahrlässigkeit oder sogar grobe Fahrlässigkeit unterstellen. Die Konsequenz: „Die Haftungsgrenze von bis zu 150 Euro greift nicht mehr, und der Kunde haftet bis zur Kartensperrung selbst für alle unrechtmäßig belasteten Beträge“, sagt der Finanzexperte.

Das kann ziemlich teuer werden, wie die FMH-Finanzberatung recherchiert hat. Denn Diebe, die in den Besitz von Maestro-Karten kommen, können an einem Tag in der Regel 1000 Euro und in der Spitze 4000 Euro abheben, falls die Karte nicht rechtzeitig gesperrt wird. Hat der Besitzer grob fahrlässig gehandelt, kann der entsprechende Betrag definitiv verloren sein. Bankkunden, die diese Tageslimits nicht ausschöpfen, sollten das Tageslimit bei ihrer Bank verringern lassen. Die Grenze sollte beim doppelten Betrag dessen liegen, was üblicherweise an einem Tag belastet wird. Gleich ob der Kartenbesitzer eine Mitschuld trägt oder nicht – ein Entgelt für die Sperrung und die Ausstellung einer neuen Karte wird fast immer fällig. Die Preisspanne reicht von Null bis 25 Euro. Tsp/dpa

Kartensperrungen von Maestrocard,

Girocard, EC-Karte: 01805 021021

(0,14 EUR/Minute aus dem dt. Festnetz)

Sperr-Notruf: 116 116

(bei einigen Banken nicht möglich)

Aus dem Ausland: +49 30 40 50 40 50

Mastercard: 0800 819 1040

Aus dem Mobilfunknetz: +1 63 67 22 71 11

Visa: 0800 811 8440

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