Berlin : Nicht königlich

Bernd Matthies

nimmt Abschied vom Royal-Palast Der Nabel West-Berlins? Das Europa-Center, was sonst. Fragen Sie, wen Sie wollen: Jeder Eingeborene hat da präzise Erinnerungen. Cocktails und Tanz im i-punkt hoch droben, Schlittschuhlaufen auf der kleinen Eisbahn, wo heute ein Café steht – und gab es da nicht mal diese eigenartige Fußgängerbrücke quer über die Tauentzienstraße? Nostalgie, die weit ins 20.Jahrhundert zurückreicht; sie zeigt aber auch, dass sich nur an wenigen prominenten Plätzen Berlins über die Jahrzehnte so viel verändert hat.

Nun scheint es, als ob der Royal-Palast, einst ein wichtiger Bestandteil des Europa-Centers, demnächst abgerissen wird (Seite 13). Er war einmal ein „Multiplex“, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab, nun steht er leer, längst nicht mehr königlich. Aber denkmalgeschützt. Doch was könnte uns daran noch wertvoll sein, abgesehen von den Erinnerungen und ein paar Beispielen für den architektonischen Stilwillen der 60er Jahre?

Bauen wir was Neues, etwas, was die Ecke aufwertet und dem Europa-Center frische Impulse gibt. Der Royal-Palast mag dann in den Erinnerungen weiter leben. Schöner, als er eigentlich war.

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