Berlin : Nicht mehr feierlich

Ole Töns

Still steht das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt an der Alexanderstraße, und im "Schlemmerzelt zur Schwarzwaldchristel" tagt ein Krisenrat. Für den besucherstärksten Weihnachtsrummel in Berlin muss im nächsten Jahr ein neuer Platz gefunden werden. Wo derzeit rund 200 Schausteller und Gastronomiebetriebe mit über 2000 Beschäftigten ein vorweihnachtliches Spektakel aufziehen, plant die Wohnungsbaugesellschaft DeGeWo ein Hochhaus. Wann genau mit dem Bau des 150 Meter hohen Wohn- und Gewerbekomplexes mit dem Spitznamen Banane begonnen wird, darüber gibt es zwar noch keine genaue Auskunft. "Doch wir sind schon bei der Detailplanung", sagt DeGeWo-Sprecher Kai-Marten Maack. Ob der Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr noch einmal auf dem Gelände stattfinden könne, dafür könne es keinerlei Zusagen geben. Hans-Dieter Laubinger, Veranstalter des Weihnachsmarktes und zweiter Vorsitzender des Berliner Schaustellerverbandes will deswegen schon einmal mit Bezirkspolitikern über Alternativstandorte reden. Doch viel Mut kann ihm auch Bezirksbürgermeister Joachim Zeller (CDU) nicht machen: "Als einzigen Ersatzstandort kann ich mir den Lustgarten gegenüber vom Schlossplatz vorstellen", so Zeller. Doch da sei "weniger Platz und große Schausteller mit schwerem Gerät könnten dort auch nicht hin". Zudem müsse erst noch mit Vertretern der angrenzenden Museen und des Berliner Doms geredet werden. Grundsätzlich sieht der Bürgermeister das Problem, dass große Flächen im Stadtzentrum zunehmend bebaut werden und Feste wie der Weihnachtsrummel eher an den Rand gedrängt werden. Die Veranstaltung eines Weihnachtsmarkt in der Nähe des Nikolaiviertels kommt wegen der Anwohner nicht infrage, erklärte Mittes Bürgermeister Zeller. Dass allein schon Weihnachtslieder Anwohnerproteste provozieren, beklagt auch der Leiter der Einzelhandelsgemeinschaft Wilmersdorfer Straße, Thomas Bong. Dort gab es zudem gerade Auseinandersetzungen zwischen dem Marktbetreiber, und einzelnen Händlern, die sich über schlechte Standplätze beklagen.

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